Lehrveranstaltung

Allgemeine Informationsmittel

Begleitende Informationen

Dozent: Prof. Dr. Hermann Rösch
erarbeitet unter Mitarbeit von Sonja Härkönen

 

Stand: Gesamtkonzeption: August 2001
            Objektbezogen: vgl. jeweiligen Bearbeitungsvermerk


 

4. Bibliographie
4.1. Funktionen der Bibliographie

Stand: August 2001

 

Funktionen der Bibliographie:

  1. Erfassung, Verzeichnung, Beschreibung von Medien
         aufgrund einheitlicher Standards, Normen, Konventionen
  2. Ordnung der Medien
         anhand der bei der Erfassung erzeugten Daten über Medien (Metadaten)
  3. Erschließung der Medien
  4. Vermittlung der Medien

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4.2. Bibliographie und Dokumentation

Stand: August 2001

 

Bibliographie und Dokumentation
    - überschneiden sich in ihren Aufgaben
    - jedes der beiden Arbeitsgebiete hat seine eigenen Schwerpunkte

Dokumentation sammelt, erschließt und vermittelt neben publizierten Materialien auch
    - Kontakt (z.B. Chemiedokumentation: Formeln...; Politische Dokumentation: biographische Daten, Zitate)
    - nicht-veröffentlichte Dokumente (interne Aufzeichnungen, Korrespondenzen...)
    - bezieht auch einzelne Kapitel und Textpassagen von bibliographischen Einheiten in die Sacherschließung ein

Prognose:
Die Weiterentwicklungen der digitalen Speicher-, Präsentations- und Retrievaltechniken führen zu einer sukzessiven Wiederannäherung von Bibliothekswesen/Bibliographie und Dokumentation, deren Ende nicht abzusehen ist.

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4.3. Gedruckte Bibliothekskataloge und Bibliographien: Unterschiede

Stand: August 2001

 

Bibliothekskataloge Bibliographien
Nachweis von Medien, die in der Bibliothek verfügbar sind Nachweis von Medien, die irgendwann einmal erschienen sind
Nachweis von (vorwiegend) selbständig erschienenen Publikationen (keine Zeitschriftenaufsätze, Beiträge in Sammelwerken usw.) Nachweis von selbständig und oft auch unselbständig erschienenen Publikationen
(Meist) unvollständiger Nachweis der Medien zu einem bestimmten Thema eher vollständiger Nachweis der Medien zu einem bestimmten Thema
Katalogisierung anhand der Vorlage (Autopsie); daher hohe Zuverlässigkeit der Daten Titelaufnahmen oft aus Sekundärquellen übernommen (keine Autopsie); daher geringere Zuverlässigkeit der Daten
(Oft) nur eine Zugriffsmöglichkeit auf die Titeldaten Zumeist mehrteilig (Hauptteil, Register) mehrere Zugriffsmöglichkeiten auf die Datenbestände

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4.4. Typologie der Bibliographien

Stand: August 2001

 

(vgl. Totok/Weitzel 1984, S.12f.; Allischewski 1986, S. 22f.)

1. äußere (physische) Gestalt der Bibliographie
    - gedruckte Form (Buch, Zeitschrift)
    - Zettelform
    - Mikroformen (Mikrofiche)
    - elektronische Form (Online-Datenbank, CD-ROM, Diskette)

2. Umfang der Verzeichnung
    - Vollständigkeit
    - Auswahl

3. Inhalt der verzeichneten Medien
    - Allgemeinbibliographie
    - Fachbibliographie

4. Sprache der verzeichneten Medien
    - alle Sprachen
    - eine oder mehrere Sprachen

5. Herkunft der verzeichneten Medien (Berichtsraum)
    - Internationale Bibliographie
    - Nationale Bibliographie (Territorialkonzeption, Sprachkreiskonzeption)
    - Regionalbibliographie
    - Lokale Bibliographie

6. Arten der verzeichneten Medien (Berichtsgattungen)
    - bestimmte Schriftengattung (Zeitung, Zeitschrift...)
    - bestimmte Medienart (CD-ROM, Musikalien, Karten...)
    - bestimmter korporativer Träger/Herausgeber (Hochschulschriften, Amtsdruckschriften)
    - bestimmter Anlaß (Festschriften, Schulschriften)
    - Mischformen

7. Unmittelbarkeit der Erfassung
    - Primärverzeichnung (Autopsie)
    - Sekundärverzeichnung
    - Tertiärverzeichnung

8. Erfassungsweise der Verzeichnisse
    - zeitgenössische Erfassung
    - prospektive Erfassung (CIP)
    - retrospektive Erfassung

9. Erfassungstiefe der Verzeichnisse
    - selbständig erschienene Publikationen
    - unselbständig erschienene Publikationen
    - im Buchhandel erschienene Publikationen
    - außerhalb des Buchhandels erschienene Publikationen (Graue Literatur)

10. Erscheinungsweise der Verzeichnisse
    - abgeschlossen
    - Lieferung als Fortsetzungswerk
    - laufend

11. Erscheinungsform der Verzeichnisse
    - selbständig (Monographie, Periodikum)
    - unselbständig (Beitrag in Sammelwerk oder Zeitschrift)
    - in anderer Publikation "versteckt"

12. Berichtszeiten der Verzeichnisse
    - Erscheinungszeitraum
    - Erwerbungszeitraum
    - andere Kriterien (z.B. Lieferbarkeit)

13. Ausmaß (Grad) der bibliographischen Beschreibung
    - anzeigend (Titelbibliographie)
    - annotierend
    - referierend
    - räsonnierend oder wertend

14. Zielgruppe der Verzeichnisse
    - Bibliothekar, Buchhändler, Benutzer, Bücherfreund...

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4.5 Digitale Bibliographien

Stand: August 2001

 

Entscheidend ist nicht die Anlage, sondern sind:

    - Distributionsart/Zugangsart: CD-ROM, Netzpublikation (Internet), Online-Datenbank (Host), Diskette, Magnetband
    - Suchmodi: Dialogarten (Suchsprache bei Online-Datenbanken)
    - Suchkriterien: recherchierbare Felder, Suchbegriffe
    - Suchtechniken: Boolesche Operatoren, Abstandsoperatoren, Trunkierungsmöglichkeiten, Suche über Indizes usw.
    - Anzeigeformate und Auswahlfunktionen
    - Ausgabeformate und -formen (Druck, Download)

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4.6. Bestandteile gedruckter Bibliographien

Stand: August 2001

 

(Print-) Bibliographien können aus den folgenden vier Teilen bestehen:

    - Hauptteil:
        - Ordnungsfolge, deren Einträge die vollständigsten bibliographischen Angaben enthält

    - Anhänge:
        - Titel, die aus dem Hauptteil ausgegliedert wurden: Nachträge, bestimmte Schriftenklassen (z.B. Karten, Musikalien)
  oder Literaturgattungen (Belletristik, Schauspiele)

    - Register:
        - ergänzt und erweitert die Erschließung im Hauptteil
        - verkürzte Eintragungen oder Verweisungen auf die laufende Nummer der ausführlichen Eintragungen im Hauptteil

    - Sonstige Bestandteile:
        - erläuternde Einführung (Inhalt, Entstehung)
        - Hilfestellungen für den Gebrauch
        - ergänzende Informationen in Form von Listen (z.B. verwendete Abkürzungen, Sigelverzeichnis der besitzenden
          Bibliotheken, ausgewertete Bibliographien und Zeitschriften...)

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4.7. Erschließung in gedruckten Bibliographien

Stand: August 2001

 

Formalerschließung:
    - ordnet alphabetisch nach Namen von Personen und Körperschaften sowie Sachtiteln

Sachliche Erschließung:
    - verbale Sacherschließung durch Schlagworte bzw. Deskriptoren eines Thesaurus

Klassifikatorische Sacherschließung durch Sachgruppen oder Systematiken:
    - Sachgruppen:
        - alle Wissensgebiete werden in 30-60 Sachgruppen eingeteilt, so daß jede Sachgruppe einem Fachgebiet oder
          Teilgebiet entspricht
        - alle Schriften werden nach der groben Gliederung einer oder mehreren Sachgruppen zugeordnet
        - innerhalb der Sachgruppen wird nach dem Alphabet der Personen, Körperschaften und Sachtitel geordnet
        - diese Anlage hat sich bei nicht zu großer Titelmenge bewährt (Primärverzeichnisse der Nationalbibliographie)

    - Systematiken:
        - alle Gebiete des Wissens werden in einer mehr oder weniger hierarchisch aufgebauten Systematik gegliedert
        - jeder Publikation werden, ihrem Inhalt entsprechend, eine oder mehrere Stellen in dieser Systematik zugewiesen
        - die Systemstelle wird durch die sogenannte Notation bezeichnet

    - Sonstiges:
        - Kombination verschiedener sachlicher Erschließungsmethoden
        - Erschließung mittels Stichwörtern
        - Kreuzregister

    - Weitere Ordnungskriterien z. B. :
        - Chronologische Erschließung der Titel nach Erscheinungsdaten
        - Ortsalphabet
        - Alphabet der gefeierten Personen
        - Alphabet herausgebender Körperschaften
        - Alphabet der Schlagwörter
        - Systematik
        - Postleitzahlen der Erscheinungsorte

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