Allgemeine Informationsmittel
Begleitende Informationen
Dozent: Prof. Dr. Hermann Rösch
erarbeitet unter Mitarbeit von
Sonja Härkönen
Stand: Gesamtkonzeption: August
2001
Objektbezogen:
vgl. jeweiligen Bearbeitungsvermerk
| 6. Internationale
Allgemeinbibliographien 6.1. Allgemeines |
| Stand: August 2001 |
- denkbar umfassendste Bibliographie-Konzeption überhaupt
- Blütezeit im
18. Jahrhundert
- Internationalität ist gleichbedeutend mit der europäischen
Welt
erzeichnet werden sollen demnach
- ohne
inhaltliche Einschränkung:
Schriften jeden Inhalts "allgemein"
-
ohne zeitliche Beschränkung:
Schriften vom Beginn des Buchdrucks bis um Redaktionsschluß
"allgemein"
- ohne räumliche
Beschränkung:
Schriften aus allen Ländern und in allen Sprachen
"international"
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| 6.2. Einzeltitel |
| Stand: Juni 2003 |
Gesner
Gesner, Conrad:
Bibliotheca universalis sive catalogus omnium scriptorum locupletissimus, in
tribus linguis, latina, graeca & hebraica... T. 1-3, nebst Appendix. Tiguri
[Zürich] 1545-1555. - Neudruck. Osnabrück
1966.
Anlage:
Teil 1 nach den Vornamen der Autoren mit biographischen
Angaben
Teil 2 grobe Sachgruppen mit zahlreichen Untergruppen,
d.h.Schlagwortregister, dessen systematisch geordnete Schlagwörter auf das
Autorenalphabet verweisen (=
Übersicht der Titel nach Fächern
"Pandekten")
Teil
3 enthält die in Band 2 ausgesparte Gruppe
Theologie
Konzeption:
Werke in lateinischer, griechischer und hebräischer
Sprache
Berichtszeitraum:
1450-1550
Umfang:
ca. 12.000 Titel
Besonderheiten:
- Versuch einer
Internationalen Allgemeinbibliographie, mit der Einschränkung auf
wissenschaftliche Werke in den drei Sprachen lateinisch, griechisch,
hebräisch
- erste große Bibliographie des
wissenschaftlichen Schrifttums!
- Titelaufnahmen beruhen
auf Autopsie
- Titelermittlung durch umfangreiche
Korrespondenz, Bibliotheksreisen (Vaticana, B Medici Florenz, Bologna, Venedig,
Deutschland), Auswertung von
Druckerkatalogen
sowie Auswertung von Bibliotheksbeständen und -katalogen (Wiener Hofbibliothekar
Hugo Blotius liefert Katalog der Wiener Bibliothek;
Heidelberger Palatina)
- Ziel:
Vollständigkeit; tatsächlich sind ca. 1/5 der damaligen Buchproduktion
erfasst
- bibliographische Angaben enthalten erstmals Ort,
Jahr, Auflage und Verleger
- erstmals systematische
Register
- Meilenstein in der Geschichte der
Bibliographie, heute nur noch von historischem Interesse.
- Bestandsaufnahme nach 100 Jahren Buchdruck und humanistischer Revisionsarbeit
an antiken Texten
- Intention: Teil 1 sollte den
Bibliotheken als alphabetischer Verfasserkatalog dienen können, wenn sie am Rand
ihre Standorte eintrugen; Teil 2 („pandectarum sive
partitionum universalium libri“) fungierte als Erschließung
nach 21 gleichgeordneten Sachgruppen mit zahlreichen Unterabteilungen; nicht zur
Ausführung kam der
Plan, die Literatur unter
Schlagwörtern in alphabetischer Folge verzeichnen.
-
Materialaufbereitung:
- Porträt des
Autors (Aristoteles 38 Folioseiten)
-
Inhaltsreferate, Kapitelüberschriften, Auszüge aus Vorworten, Beurteilungen,
Angaben zu Handschriften und Editionen
- Bibliographische Angaben erstmals mit Ort, Jahr, Auflage und
Verleger
- Als weitere Pionierleistung
präsentiert Gesner das erste systematische Register.
Georgi
Georgi, Theophilus:
Allgemeines Europäisches Bücher-Lexicon, in welchem nach Ordnung des Dictionarii
die allermeisten Autores oder Gattungen von Büchern zu finden, welche noch vor
dem Anfange des XVI. Seculi bis (1739) inclusive [...] in dem europäischen
Theile der Welt, sonderlich aber in Teutschland sind geschrieben und gedrucket
worden. Bd. 1-5 u. Suppl. 1-3. Leipzig,
1742-58.
Konzeption:
Versuch einer europäischen Gesamtbibliographie, die unvollendet blieb; Band 1-4
verzeichnet
deutsche
und lateinische, Band 5 französische
Bücher
Anlage:
alphabetisch nach Verfasser, Sachtitel, Stichwort oder wenigen Schlagworten ohne
feste
Regeln;
keine
Sacherschließung, keine
Register
Berichtszeitraum:
1455-1750, mit Schwerpunkt für die Zeit 1600-1700, wegen des noch nicht
vollendeten VD
17
wichtig
für
Barockliteratur!
Umfang:
120.000
Titel
Schriftenklassen:
deutsche, lateinische, französische Drucke, soweit im Buchhandel
erschienen
Besonderheiten:
- hat zwar
internationalen Charakter, deutsche Verlagserzeugnisse überwiegen jedoch
deutlich
- Titelaufnahmen äußerst knapp, in 7
Spalten:
1. Erscheinungsjahr
2. Vorname
3. Nachname
4. Erscheinungsort und
Verlag
5. Bogenzahl
6./7. Preis in Thalern und Groschen
-
Titelaufnahmen wohl größtenteils nach Autopsie (daher Bogenzahlangabe, die in Messkatalogen
fehlt)
- Titelaufnahmen dennoch oft falsch,
Kunsttitel
- geplante Bände für spanische, italienische,
englische und portugiesische Titel wurden nicht realisiert
- solange VD
17 im Aufbau, bleibt Georgi unverzichtbar
Ebert
Ebert, Friedrich
Adolph: Allgemeines bibliographisches Lexikon. 1-2. Leipzig,
1821-1830.
Konzeption:
internationale Auswahl, wissenschaftliche Werke, aber auch
Bibliophiles
Anlage:
alphabetisch nach Verfassern, Sachtiteln; keine
Sacherschließung
Berichtszeitraum:
1450-1819
Umfang:
24.000 Titel
Besonderheiten:
- Grundstock
bildeten die Bestände der damaligen Dresdener Hofbibliothek, daher Schwerpunkt
auf germanischer Literatur
- Titelaufnahmen teilweise
annotiert
- Ebert sieht in Methode und Form Brunets
sein Vorbild, will jedoch dessen Ausrichtung auf den französischen Sammler
vermeiden
- strengere Auswahlkriterien als Brunet
(wissenschaftlicherer Anspruch)
Brunet
Brunet,
Jacques-Charles: Manuel du libraire et de l'amateur de livres. 5. Ed. T. 1-6.
Suppl. 1-2. Paris, 1860-1880. (1. Aufl.:
1810)
Konzeption:
internationale Auswahl, Schwerpunkt auf bibliophilen
Werken
Anlage:
alphabetisch nach Verfassern, Sachtitel (Bd. 1-5), Band 6: systematisches
Kurztitelregister
Berichtszeitraum:
1455-1859, Suppl.
-1878
Umfang:
45.000 Titel
Besonderheiten:
- hoher Anteil an
französischen und lateinischen Schriften, Schwerpunkt auf dem 16. und 17.
Jahrhundert
- ausführliche, an bibliophilen Interessen
orientierte Titelaufnahmen; oft zusätzliche Angaben zum Inhalt der Schrift,
Ausstattung des Drucks (Illustrationen),
Besonderheiten einzelner Exemplare (Zustand), erzielten Preisen,
Abriß der Publikationsgeschichte
(=orientiert an Interessen von Bücherkennern und
-sammlern)
- die bibliophile Orientierung und der
ungewöhnliche Informationsumfang begründen die unveränderte Bedeutung
des
"Brunet"
Graesse
Graesse, Jean
George Théodore (d.i.: Johann Georg Theodor): Trésor des livres rares et
précieux ou Nouveau dictionaire bibliographique. T. 1-7. Dresden,
1859-1869.
Konzeption:
internationale Auswahl, Schwerpunkt in den germanischen Sprachkreisen
(wissenschaftlich
und
bibliophil)
Anlage:
alphabetisch nach Verfassern und Sachtiteln Bd. 1-6), Band 7: Supplement; keine
Sacherschließung
Berichtszeitraum:
1455-1855
Umfang:
100.000 Titel
Besonderheiten:
- nach dem Vorbild
des Brunet
erarbeitet, doch stärker wissenschaftlich ausgerichtet
-
Schwerpunkt auf germanischem und - mit Abstrichen - orientalischem
Schrifttum
- Titelaufnahmen teils mit ausführlichen
Anmerkungen (Preise von Auktionen, Standorte, bibliographische
Besonderheiten)
Peddie
Peddie, Robert
Alexander: Subject Index of Books published up to and including 1880. London
1933-48. Serie 1-3 und New
Series.
Konzeption:
internationale Auswahl, Schwerpunkt auf englischsprachiger
Literatur
Anlage:
nach engen zeitgenössischen Schlagwörtern, innerhalb der Schlagwörter
chronologisch
Berichtszeitraum:
1450-1880
Umfang:
190.000 Titel
Besonderheiten:
- stützt sich
hauptsächlich auf die Bestände des British Museum, kann deshalb als
Sacherschließung des British Museum im Berichtszeitraum angesehen
werden
- Titelaufnahmen sind knapp, keine
Formalerschließung
- alle vier Serien sind für sich
autonom, erstrecken sich aber auf denselben Berichtszeitraum, es muß also zum
vollen Ausschöpfen in vier Alphabeten
nachgeschlagen werden
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