Im Wintersemester 02/03 wurde das Thema "Virtuelle Fachbibliothek Bibliothekswesen" in einem Seminar des Schwerpunktes "Auskunftsdienst und Informationsvermittlung" unter der Leitung von Prof. Dr. Hermann Rösch behandelt. Dabei wurden zunächst einige bestehende "Virtuelle Fachbibliotheken" untersucht und die einzelnen Komponenten zusammengetragen. Anschließend wurde von den Seminarteilnehmern überprüft, aus welchen Komponenten eine "Virtuelle Fachbibliothek Bibliothekswesen" idealerweise zusammengesetzt werden könnte und wie diese Komponenten konkret beschaffen sein könnten.
Die einzelnen Beiträge wurden nicht redaktionell überarbeitet, sondern spiegeln das je individuelle Leistungsniveau der Bearbeiterinnen und Bearbeiter.
Zunächst eine kurze Definition des Begriffes "Virtuelle Fachbibliothek": Eine Virtuelle Fachbibliothek gewährleistet idealtypisch einen gesicherten Zugriff auf alle relevanten Informationen und Dokumente zu einem Fachgebiet. Dabei sind die verschiedensten Materialien zu berücksichtigen, neben Printmedien (Monographien, Zeitschriften) also auch elektronische Volltexte, Fachdatenbanken oder Programme. Sie alle müssen einzeln, aber auch zeitgleich recherchierbar sein. Die über die Virtuellen Fachbibliotheken erschlossenen Quellen setzen sich zusammen aus den Beständen von Bibliotheken und Servern innerhalb der nationalen Grenzen und darüber hinaus.
Die Entwicklung von Virtuellen Fachbibliotheken wurde durch ein Memorandum des Bibliotheksausschusses der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) angeregt: Auf Grund des schnellen Wandels der Informationstechnik und der dadurch resultierenden veränderten Kommunikations- und Publikationsformen wurde in dem Memorandum vorgeschlagen, mit Virtuellen Fachbibliotheken auf dem Sondersammelgebietsplan der DFG aufzubauen: Es sollte auch ein elektronischer Zugriff auf fachlich relevante Dokumente möglich sein.
Alle 23 deutschen Virtuellen Fachbibliotheken
sind unter dem gemeinsamen Dach VIFANET
vereint: VIFANET gewährleistet einen zentralen fachübergreifenden
Einstieg für wissenschaftliche Recherchen.
Ab August 2003 sind die Angebote der Virtuellen
Fachbibliotheken und der vier deutschen Informationsverbünde sowie
das Angebot der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) in dem gemeinsamen
Portal vascoda gebündelt.
Im wesentlichen umfasst eine Virtuelle Fachbibliothek nach dem gegenwärtigen Stand der Entwicklung folgende Elemente:
Eine "Virtuelle Fachbibliothek Bibliothekswesen"
sollte auf jeden Fall die Integrierte Fachrecherche ermöglichen.
Bestandteil dieses Recherche-Angebots sind Fachbibliographien, fachliche
Aufsatzdatenbanken und einer fachlichen Suchmaschine.