Lehrveranstaltungen

Auskunftsdienst und Informationsvermittlung
Informationsdienstleistungen

Begleitende Informationen

Dozent: Prof. Dr. Hermann Rösch
erarbeitet unter Mitarbeit von Felix Boteram


Stand: Juni 2005


                                           
                            suchen wissen                   

                            ich was suchen
                            ich nicht wissen was suchen
                            ich nicht wissen wie wissen was suchen
                            ich suchen wie wissen was suchen

                            ich wissen was suchen
                            ich suchen wie wissen was suchen
                            ich wissen ich suchen wie wissen was suchen
                            ich was wissen

                            Ernst Jandl





 
 



1. Inhaltsverzeichnis


 

1. Inhaltsverzeichnis
   
2. Bibliothekarischer Informationsdienst: Allgemeines
2.1. Begriff und Formen des Informationsdienstes
2.2.
Entwicklung und Stand des Informationsdienstes in der Bundesrepublik Deutschland
2.3. Reference and Information Services in den USA


3. Formen des Informationsdienstes
 
4. Sechs Bereiche des Informationsdienstes
4.1. Passiver Informationsdienst
4.2. Aktiver Informationsdienst
4.2.1. Current-Awareness-Dienste
4.2.2.
SDI-Produkte
4.3.
Funktionale Informationsdienste
4.4.
Benutzerschulung / Vermittlung von Informationskompetenz
4.5.
Indirekter Informationsdienst
4.6.
Sonderformen des Informationsdienstes


5. Methodik des Informationsdienstes
5.1. Prozeß des Informationstransfers
5.2. Phasen des Informationsprozesses
5.2.1. Genese
5.2.2. Klärungsprozeß
5.2.2.1.
Methodik des Auskunftsinterviews
5.2.3. Suchprozeß
5.2.4. Antwortübermittlung
5.3. Ablauf eines Rechercheprozesses des Information Retrieval
5.4. Dienstleistung in Bibliotheken
5.4.1.
Modell des individuellen Informationsprozesses ("six big skills")
5.4.2. Modell des individuellen Informationsprozesses (Kuhltau:  Information Searching Process)
5.5. Kommunikationsbarrieren und Störfaktoren
5.6. Auskunftsprotokolle
5.7. Notwendige Kompetenzen für Auskunft und Information
 
6. Informationsmittel und Informationsmittelbestände
6.1. Informationsmittel
6.1.1. Merkmale
6.1.2. Typologie
6.2. Bewertungskriterien für Informationsmittel
6.3. Betreuung des Informationsmittelbestandes
 
7. Konzeption und Organisation des Informationsdienstes
7.1. Umfang des Informationsdienstes
7.2.
Grenzen des Informationsdienstes
7.3.
Organisationsmodelle und Organisationsformen des Informationsdienstes
7.3.1.
Organisationsformen des Informationsdienstes abhängig von Größe und Aufgabenstellung der Bibliothek
7.3.2.
Zentrale versus dezentrale Organisationsform
7.3.3.
Bibliothekarische Call-Center
7.3.4.
Digital Reference Service / Informationsdienst via Internet
7.3.4.1.
Auskunft per Chat / Digital Live Reference


8. Kooperativer Informationsdienst und Informationsverbund
8.1. Die Praxis: Informelle Kooperation
8.2. Das Szenario: Der organisierte Informationsverbund
8.3. Collaborative Digital Reference Service
 
9. Perspektiven
9.1.
Bibliothekarische Interneterschließungsprojekte
9.2.
Kooperative Projekte / VASCODA / Informationsverbünde


10.
Ausgewählte Literaturhinweise zum Thema Informationsdienst

 

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2. Bibliothekarischer Informationsdienst: Allgemeines
2.1. Begriff und Formen des Informationsdienstes



Stand:  Dezember 2004

 



Dienstleistung:
      "Contribution to the Wealth of Others"
             1. Phase: Dienstleistung als Potenzial     (Fähigkeit und Bereitschaft)
             2. Phase: Dienstleistung als Prozess       (Erbringung)
             3. Phase: Dienstleistung als Ergebnis      (Nutzung des Potenzials)

Besonderheiten der Informationsdienstleistung:

 

Unterteilung von Gütern:

 

Suchgüter

lassen sich vor dem Kauf qualitativ beurteilen (z.B. Waren in einem Kaufhaus)

Erfahrungsgüter

erlauben die Qualitätseinschätzung erst nach vollzogenem Kauf (z.B. Dienstleistung des Friseurs)

Vertrauensgüter

können weder vor noch erschöpfend nach dem Kauf bewertet werden (Konsultation eines Arztes oder Rechtsanwaltes);
Verkäufer weiß mehr über seine Ware als der Käufer („Informationsasymetrie“)

 

 

Informationen als Ware (die gegen Bezahlung angeboten werden) können prinzipiell niemals Suchgüter sein.

Nutzer kann also erst dann die Qualität einer Information einschätzen, ja sogar grundsätzlich beurteilen, ob er die Information überhaupt gebrauchen kann, wenn er sie vor sich sieht, wenn bereits Kosten angefallen sind.

 

Unterschied Informationsspezialist/Experte - Laie:

 

Informationsspezialist

Informationslaie

·      kann anhand früherer Rechercheergebnisse vergleichen

·      kennt den recherchierten Themenbereich

·      kennt die konsultierten Informationsspeicher

 

 

>  Kann die Qualität der Information beurteilen

·      Verfügt nicht über Vergleichsmöglichkeit,

·      hat keine Bewertungskriterien,

·      kann nicht auf frühere Erfahrungen zurückgreifen;

·      vermag Qualität der erhaltenen Informationen nicht zu beurteilen

 

schwache Position


Recherchierte Information stellt Erfahrungsgut dar



Recherchierte Information stellt Vertrauensgut dar

 

Strategien zur Verbesserung der Ausgangsposition des Informationslaien:

1.      Informationskompetenz vermitteln, um Vertrauens- in Erfahrungsgüter zu verwandeln

2.      Vertrauens- und Qualitätsmanagement betreiben, um den Laien positive Qualitätssignale zu geben
z.B. durch Standards, Gütesigel...
Problem: Qualität hat objektive aber auch sehr subjektive Dimension


________________________________________________________________________________________________


Im bibliothekarischen Umfeld konkurrieren die Begriffe

                                    Beratung

                                    Auskunft

                                    Information

Die ältesten Funktionen sind der Beratungsdienst und die Leserberatung
- häufig werden beide Begriffe synonym verwendet
- Beratungsdienst: meist eher die Unterweisung in technische Fragen und Benutzungsmodalitäten der Bibliothek
          * heute eher Benutzerschulung
- Leserberatung oder Ausleihberatung:
          * zielt stärker auf den Aspekt der Literaturempfehlung, der Lektüreempfehlung sowohl für Sachliteratur als auch
             Schöne Literatur
          * Beratung bei der Auswahl von Materialien 

Auch die Begriffe Auskunft und Information werden häufig synonym gebraucht
- Auskunft:
          * ältere Bezeichnung
          * bezeichnet die persönliche Hilfe und Unterstützung von Benutzern bei der Suche nach Information
          * Bibliothek liefert Kontakt, stellt nicht nur Mittel bereit, um Tatsachen herauszufinden
          * Auskünfte werden "erteilt", erfolgen erst auf Anfrage und auch nur dann, wenn die Rahmenbedingungen dies zulassen
          * der Benutzer hat keinen Rechtsanspruch
          * ob und in welchem Umfang eine Auskunft ergeht, entscheidet der Bibliotheksbeamte
          * schon die Terminologie verrät, daß dieser Konzeption nicht demokratische, sondern obrigkeitsstaatliche, zumindest
             aber bürokratische Strukturen zugrunde liegen
- Information (im informationswissenschaftlichen Kontext):
          * Wissen in Aktion
          * Verringerung von Ungewissheit
          * handlungsrelevantes Wissen 

Unter dem Einfluß des Dokumentationswesens und in Anlehnung an amerikanische Traditionen gelangte der Terminus Information in immer stärkeren Gebrauch. Jetzt sollten nicht mehr Auskünfte erteilt, sondern Informationen vermittelt werden.

Nach wie vor werden beide Bezeichnungen synonym verwendet (in den USA spricht man von "Reference Services" oder "Information Services"), obwohl "Information" als der modernere Begriff gilt (in der Folge soll daher häufiger von Information und Informationsdienst die Rede sein).

Informations- oder Auskunftsarbeit
- bezeichnet die individuelle Hilfestellung, die ein Bibliothekar einem Benutzer bei der Suche nach Informationen
  gewährt

Informations- oder Auskunftsdienst
- kennzeichnet hingegen die organisierte und geplante Dienstleistung einer Bibliothek
- idealtypisch verfügt die Bibliothek über eine eigenständige Informationsabteilung mit spezialisiertem Personal,
  das alle mit dem Informationsdienst zusammenhängenden Tätigkeiten plant und ausführt
          * Aufbau und Pflege von Informationsbeständen
          * Planung und Nutzung von Informationsinfrastrukturen (CD-ROM-Datenbanken; Internet, Zugang zu
             Fachinformationszentren, Hosts...)
          * Einüben und Schulen von Recherche- und Retrievaltechniken sowohl für elektronische als auch für konventionelle
             Medien
          * Erarbeiten von Hilfsmitteln (Dokumentationen, Datensammlungen)
          * Erarbeiten aktiver Informationsdienstleistungen (Current-Contents-Dienste, SDI, Literaturzusammenstellungen...)
          * bibliotheksinterne Kooperation
          * externe Kontakte (Informationsverbund)
          * statistisches Auswerten der Informationstätigkeit
          * Informationsvermittlung selbst

Zusätzlich zu den oben genannten Definitionen läßt sich der Informationsdienst auch in einem betriebwirtschaftlichen Modell betrachten.
Es besteht aus drei Phasen: Input, Aufbereitung, Output

Input:
  - Sichtung
  - Auswahl
  - Beschaffung
  - Speicherung von Informationsquellen

Aufbereitung:
  - Erzeugen informationellen Mehrwertes
  - Bibliothekarisch (trad.):
            Erschließen (formal, sachlich)
            Ordnen (z.B. Aufstellung)
  - Dokumentarisch (trad.):
            Zusammenfassen, straffen, verdichten (synoptisch)
            Zuordnen (klassifizieren),
            Umsetzen in andere Darstellungsformen (tabellarisch, graphisch darstellen)
            Bewerten, evaluieren (begutachten)

Output:
  - Bestandsvermittlung, Informationsvermittlung
  - Distribution, Verteilung, Informationsvermittlung mit Fachwissen und Fachkompetenz
  - Aktive Vermittlung und Vermarktung der durch die Aufbereitung entstandenen Dienstleistungsprodukte
 

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2.2. Entwicklung und Stand des Informationsdienstes in der Bundesrepublik Deutschland



Stand: März 2003

 

1954 Gründung der AGB:
- den Anstoß zu einer intensiven Beschäftigung mit Auskunfts- oder Informationsdienst gab die 1954 erfolgte Gründung
  der Amerika-Gedenkbibliothek (AGB)
- hier wurde nach dem Vorbild der amerikanischen Public Libraries eine "Allgemeine Auskunftsabteilung" eingerichtet
- darüber hinaus wurden weitere, den jeweiligen Fachabteilungen zugehörige "Auskunftspulte" eingerichtet

Beginn: KGSt-Gutachen 1964
- abgesehen von den Vorformen der Ausleihberatung in den Öffentlichen Bibliotheken und der bibliographischen
  Auskunft in den Wissenschaftlichen Bibliotheken, setzt die Diskussion um einen bibliothekarischen Informationsdienst
  in Deutschland verstärkt mit dem KGSt-Gutachten von 1964 ein
- zum ersten Mal gilt Auskunftstätigkeit im Zusammenhang mit Beratung als offizieller Bestandteil bibliothekarischer
  Tätigkeit

KGSt-Gutachen von 1973:
- hier fällt zum ersten Mal der Begriff "Informationsdienst"
- Informationsdienst wird zu den Kernfunktionen der Öffentlichen Bibliothek gezählt, die in Zukunft verstärkt auszubauen
  sei
- gefordert wird die planmäßige Organisation des Informationsdienstes

Bibliotheksplan 1973:
- hinsichtlich des Informationsdienstes analoge Forderungen für die Wissenschaftlichen Bibliotheken
- Vermittlung von "Informationen und Literatur" als "wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung der Wissenschaft,
  des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Lebens"

Bibliotheken '93:
- Strukturpapier "Bibliotheken '93" hat keine einheitliche, theoretisch abgesicherte Konzeption des
  Informationsdienstes
- die verschiedener Formen informatorischer Dienstleistungen werden nicht unterschieden
- nur begrenzte Unterscheidung des Informationsdienstes nach Biblitohekstypen
- die Idee des Informationsverbundes fehlt gänzlich

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2.3. Reference and Information Services in den USA



Stand: Mai 2005

Definitionen von Reference and Information Services:

“Information services in libraries take a variety of forms including direct personal assistance, directories, signs, exchange of information culled from a reference source, readers’ advisory service, dissemination of information in anticipation of user needs or interests, and access to electronic information.“
ALA “Guidelines for Information Services”, Juli 2000. http://www.fbi.fh-koeln.de/institut/personen/roesch/Material_Roesch/ss03/www.ala.org/rusa/stnd_consumer.html
 

“The best reference Service combines mediated searching, formal and informal instruction in information-seeking skills (using hard copy sources, nonprint media, and automated systems), and assistance in the use of reference sources. It includes lessons in analysis and evaluation of the value of the information retrieved and the accuracy or correctness of the method of retrieval.”
Riechel, Rosemarie: Reference Services for Children and Young Adults. Hamden, Conn. 1991, S. 3
 

“…reference service is a value added service that is tailored to the unique needs of each individual client. This puts the client and responsive, individualized service to him or her at the center of the value system that guides hour-to-hour, day-to-day reference practice.”
Bunge, Charles E.: Vision and Values. Touchstones in Times of Change. In: Rethinking Reference in Academic Libraries. Berkeley, Calif. 1993. S. 33-35.
 
 

Guidance
- Readers' Advisory Service
- Bibliotherapy
- Term-Paper Counseling
- Research Assistance and Consulting

Instruction
- Benutzerschulung / Vermittlung von Informationskompetenz
- Einführung in die Bibliotheksbenutzung
- Schulung im Gebrauch technischer Geräte und
          * Demonstration effizienter Recherchestrategien in Printmedien und
          * Demonstration effizienter Recherchestrategien in elektronischen Datenbanken und Medien

Information
- Ready-Reference Questions
- Bibliographic Verification
- Interlibrary Loan and Document Delivery
- Information and Referral Services
- Research Questions
- Selective Dissemination of Information (SDI)
- Database Searches
- Information Brokering

Informationsmittel

Vermittlung von Informationskompetenz
Benutzer


Zahl der Auskunftsfälle


steigt
26%
fällt
37%
gleichbleibend
27%

Trend:

Bei WBs und große Einrichtungen eher sinkend

Bei PLs und kleinen Einrichtungen eher steigend


Art der Auskunftsfälle:
Komplexität der Anfragen (Umfrage 2000):

einfacher
9%
komplizierter 37%
gleichbleibend
55%

Ursachen:
Reference und Information Service entwickelt sich stärker in Richtung knowledge counseling und coaching interaction"


Anforderungen an die Auskunfts-Bibliothekare
Berufsperspektive der Auskunftsbibliothekare
Steigende Stellenzahlen in den "Public Libraries" in den USA:

1995      2.635
2000      4.100
2004      ?

Positive Prognose:
Weiterer Stellenzuwachs (2008: 7000  Stellen) aufgrund der Berufsrolle:
"provider of assistance on accessing information"

Negative Prognose:
Emanzipation der Endnutzer wird zur Deprofessionalisierung und zur Disintermediation führen:
"Machine help will replace human help."



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3. Formen des Informationsdienstes


 

Stand: März 2003



Die Formen des Informationsdienstes, unterscheiden sich nach Kommunikationskanälen:

Synchron:
  - Sender und Empfänger kommunizieren zur selben Zeit miteinander
            * klassische Dienstleistung in der Bibliothek/Informationseinrichtung; „Face-to-face“ oder „Walk-in-Reference“
            * per Chat/live online
            * per Telefon
            * per Videokonferenz

 Asynchron:
  - Sender und Empfänger kommunizieren zeitlich versetzt miteinander
            * per Brief
            * per Fax
            * per E-Mail
            * per Web-Formular (=oft gleichgesetzt mit per E-Mail)


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4. Sechs Bereiche des Informationsdienstes



Stand: März 2003



 

Für die Punkte 1-4 wird auch der Oberbegriff "Direkter Informationsdienst" verwendet.

1. Passiver Informationsdienst (siehe 4.1.)
  - Bibliographische Auskunft
            * Bestandsbezogene Auskunft
            * Vermittelnde Auskunft
  - Sachauskunft
            * Bestandsbezogene Auskunft
            * Vermittelnde Auskunft
  - Orientierungsauskunft

2. Aktiver Informationsdienst (siehe 4.2.)
  - Zeitungsausschnittsammlungen
  - Neuerwerbungslisten
  - themenbezogene Bibliographien
  - Auswahlverzeichnisse
  - Current-Awareness-Dienste
  - SDI-Produkte

3. Funktionaler Informationsdienst (siehe 4.3.)
  - die synthetische Informationsdienstleistung
  - die synoptische Informationsdienstleistung
  - die qualifizierende Informationsdienstleistung
  - die evaluierende Informationsdienstleistung

4. Benutzerschulung/Vermittlung von Informationskompetenz  im Informationsdienst (siehe 4.4.)
  - Einführung in die Benutzungsmodalitäten der Bibliothek
  - Vermittlung methodischer Fähigkeiten und Kenntnisse (Suchstrategien)
  - Hilfe und Anleitung beim Gebrauch von Katalogen, Informationsbeständen und einzelnen Informationsmitteln
  - Schulung im Gebrauch elektronischer Informationsmittel (Online-Training)
  - Fähigkeit, Informationsmittel und Zielinformationen kritisch zu bewerten

5. Indirekter Informationsdienst (siehe 4.5.)
  - Bedarfsermittlung und Konzeption des Informationsdienstes
  - Organisation und Bewertung des Informationsdienstes
  - Aufbau, Erschließung und Pflege von Informationsmittelbeständen
  - Proaktive Bereitstellung von Orientierungs- und Nutzungshilfen sowie interaktiver Angebote (Archivdatenbank, Diskussionsforum, FAQs usw.)
  - Herstellung und Pflege von Kooperationsbeziehungen
  - Öffentlichkeitsarbeit für den Informationsdienst
  - Mitarbeiterschulung

6. Sonderformen des Informationsdienstes (siehe 4.6.)
  - Informationen über lokale Gegebenheiten (Regionalinformationen)
  - Alltagsfragen der Lebensbereiche (Ratgeberinformationen)
  - Vermittlung von Informationen, die für politische Entscheidungsprozesse in der Gemeinde relevant sind


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4.1. Passiver Informationsdienst



Stand: März 2003

 

Der passive Informationsdienst reagiert auf den von den Benutzern artikulierten Informationsbedarf.
Alle Auskünfte erfolgen auf Anfrage des Benutzers („Pull-Service“).
 

Bibliographische Auskunft:
- Titelermittlung, Titelsuche
          * Verifikation
          * Ergänzung
          * Korrektur
- Literaturzusammenstellung oder -recherche
          * Ermittlung und bibliographischer Nachweis von Publikationen / Medien / Dokumenten zu einem vorgegebenen
             Thema, vollständig oder in Auswahl
- Ermittlung von Standortnachweisen

Sachauskunft:
- Kontaktauskünfte
          * eindeutige Antwort ist meistens möglich (z.B.:)
                    - Zahlen jeder Art
                    - Adressen
                    - Abbildungen
                    - Wortlaut von Zitaten
                    - Ereignisse
                    - z.B. Bedeutung und Schreibweise bestehender Wörter
- Sachverhaltsauskünfte
          * komplexe Zielinformationen
          * Antwort erfolgt durch zusammenhängende Darstellungen oder Texte aus verschiedenen Werken (z.B.:)
                    - Einbeziehung von Hintergründen
                    - Pro- und Contra-Argumente bei umstrittenen Sachverhalten
                    - Herstellungs- und Reparaturverfahren von Produkten und Geräten
                    - Ursachen und Begründungen bestehender Ereignisse usw.
- Orientierungsauskünfte
          * Fragen nach (z.B.:)
                    - Räumlichkeiten
                    - Einrichtungen
                    - Dienstleistungen der Bibliothek usw.
          * können oft ohne Informationsmittel beantwortet werden
          * Antworten auf häufig wiederkehrende Fragen werden oft in Handzettelform vorbereitet oder auf FAQs (z.B.:)
                    - Uhrzeiten der Sofortausleihe in Magazinbibliotheken
                    - Bedingungen der Fernleihe
                    - Möglichkeiten der Internet- oder CD-ROM/DVD-Recherche
                    - Öffnungszeiten usw.

Perfekte Leitsysteme, virtuelle Rundgänge usw. können Orientierungsauskünfte zwar zahlenmäßig reduzieren, nicht aber völlig beseitigen.




4.2. Aktiver Informationsdienst



Stand: März 2003

 

Zum aktiven Informationsdienst zählen alle Dienstleistungen des Informationsdienstes, in deren Rahmen Informationen aus eigener Initiative zusammengestellt, aufbereitet und/oder verbreitet werden ("Push-Service").

Aktiver Informationsdienst beinhaltet
- die hervorgehobene Präsentation von Informationen
- die Zusammenstellung und Verbreitung von Literaturlisten, z.B.
          * Neuerwerbungslisten
          * themenbezogene Bibliographien
          * Auswahlverzeichnissen
          * Zeitungsausschnittsammlungen
          * Current-Awareness-Dienste
- die gezielte Versendung von Informationsmaterialien an bestimmte Benutzer (spezifisches Interessenprofil)
          * personalisierte Neuerwerbungslisten
          * personalisierte Current Awarenessdienste
          * SDI-Produkte

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4.2.1. Current-Awareness-Dienste



Stand: März 2003

 

Current-Awareness-Dienste
- im Rahmen von Current-Awareness- oder Current-Contents-Diensten werden z.B. die Inhaltsverzeichnisse von
  Zeitschriften mit thematischem Bezug zu den Interessen des Adressaten oder der Adressatengruppe regelmäßig
  zusammengestellt und in Form von Fotokopien oder als Image-Datei per E-Mail versendet
- diese Art des aktiven Informationsdienstes ist besonders in Spezialbibliotheken anzutreffen, welche die
  Informationsversorgung der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen ihrer Trägerinstitutionen zu gewährleisten
  haben
- die Mitarbeiter werden auf diese Weise laufend über relevante Neuerscheinungen informiert und können sie
  interessierende Beiträge in elektronischer oder in Printform gezielt von der Informationsabteilung anfordern

- Beispiel für Stadtbibliothek:
          * StB Wuppertal leistet derart die Informationsversorgung der Verwaltung:
          * Inhaltsverzeichnisse der wichtigsten Gesetzes- und Verordnungsblätter als Informations- oder Bestellunterlage
          = imagefördernde Dienstleistung, verbessert die Position innerhalb der eigenen Verwaltung
  (Thorn 1998, S.229)
- eine Benutzerbefragung der UB Amsterdam (Oktober 1998) ergab, daß Interesse an elektronischen
  current-Contents-Diensten äußerten:
          60% der Universitätsmitarbeiter
          60% der Studierenden
  (vgl. Bibliotheksdienst, 34, 2000, 1, S. 16)

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4.2.2. SDI-Produkte



Stand: März 2003
 

SDI-Produkte (Selective Dissemination of Information)
- gehen über die Zusammenstellung von neu erschienenen Zeitschriftenbeiträgen hinaus
- liefern zusätzlich weitere Informationen jeder Art, die den Adressaten interessieren könnten
          * Beiträge in Sammelwerken
          * Hinweise auf interessante Internetadressen
          * auch ältere Informationen, deren mögliche Relevanz erst aktuell bekannt geworden ist

- Bibliotheken informieren ihre Klientel, indem sie z.B. bestimmte netzbasierte Informationsangebote
            *  laufend sichten
            * strukturieren
            * erschließen
            * bereitstellen

In wissenschaftlichen Bibliotheken kann es sich dabei z.B. um
- das akademische Angebot in relevanten Sondersammelgebieten und Forschungsbereichen handeln

In öffentlichen Bibliotheken handelt es sich um das Angebot von
- Bürgerinformationen
- Verbraucherinformationen
- Veranstaltungshinweisen
- Touristikinformationen...
  (Hoffmann, 1994, S. 125)



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4.3. Funktionale Informationsdienste



Stand: Mai 2005

 

(Zum Folgenden vgl. Ralph Schmidt: Funktionale Dienste. In: LaiLuMU 1990, 1.Bd., S. 446f.)

Funktionale Informationsdienste
- werden zumeist im Auftrag erbracht, haben damit Eigenschaften des passiven Informationsdienstes
- können auch als aktive Informationsdienstleistung ohne konkreten Auftrag erarbeitet und vertrieben werden
- tragen Merkmale des aktiven wie des passiven Informationsdienstes, gehen aber substantiell über beide Formen
  hinaus
- sind anwendungsorientiert und bieten eine erheblich intensivere Informationsaufbereitung durch
          * die inhaltliche Verdichtung
          * die fachsprachliche Übersetzung
          * die wirkungsbezogene Aufbereitung von Rechercheergebnissen
- Ziel: die vermittelten Informationen so aufzubereiten, daß sie zur Problemlösung nutzbar sind
          * in den Prozeß der Informationsgewinnung und -aufbereitung werden Aspekte der


 - auf dieser Grundlage werden neue Erkenntnisse formuliert und mögliche Problemlösungen skizziert.

- der Auftraggeber erhält die informationellen Voraussetzungen zur Vorbereitung und Begründung von Entscheidungen.

-  werden auch als "Value added information services" bezeichnet, sogenannte Mehrwert-Informationsdienste

=> Information wird zu Anwendungswissen transformiert


Funktionale Informationsdienste (Definition):
"Mittels formaler und struktureller Transformation von recherchierter Fachinformation wird ein Informationsprodukt erstellt, das vom Auftraggeber oder einer Zielgruppe genutzt werden kann."

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4.4. Benutzerschulung / Vermittlung von Informationskompetenz



Stand: Mai 2005

 
Geschichte (u.a. nach Homann 2001)

1. Phase 1970er Jahre
Bibliotheken beginnen Benutzerschulungen anzubieten:
•    Benutzerorientierung führt zur Öffnung der Magazine, Erweiterung der Freihandbereiche;
•    zusätzliche Kenntnisse über Nutzungs- und Zugangsbedingungen daher erforderlich
•    Einführung in die Nutzung lokaler Rechercheinstrumente

Empfehlungen „Benutzerschulung in Hochschulbibliotheken“ (DFG) 1980 fordert
•    „Integration in den Hochschulunterricht“,
•    „Differenzierung nach Informationsbedürfnissen“,
•    „lernzielbasierte Planungen“,
•    „gestuftes Angebot“
•    „pädagogische Qualifikation der Bibliothekare“ u.a.m.
Realisiert werden diese Forderungen kaum.


2. Phase 1980er Jahre
Aktivitäten im Bereich Benutzerschulung werden reduziert
Gründe:
•    Innovative Energien richten sich auf Rationalisierung der Geschäftsgänge mittels EDV („Automatisierung“)
•    Fehlende Personalressourcen
•    Weitgehende Vernachlässigung der Benutzerperspektiven und –erwartungen
•    Gesellschaftlich und politisch eher negative Bewertung von Bildung und Schulung


3. Phase: 1990er Jahre
Neue Initiativen als Reaktion auf Betreuungsbedarf durch digitale Medien und Online-Kataloge
 
Paradox: „Emanzipation“ des Endnutzers durch graphische Oberflächen führt zu Steigerung des Beratungs- und Betreuungsbedarfes
 
Ausweitung des Angebots an Benutzerschulungen unter pragmatischen und objektorientierten Aspekten
·       Pragmatisch: ohne umfassende konzeptionelle Grundlage
·       Objektorientiert: Vermittlung von Fertigkeiten zu einem spezifischen Informationsmittel (OPAC, Datenbank...)
        >  Einzelne Schulungen bilden oft in sich abgeschlossene Einheiten
 
Nachteile:
·       Geringes Motivationspotenzial
·       Fehlende Koordinierung
·       Wenig Bezüge zu subjektiven, fachbezogenen Handlungsbezügen
·       Keine Vermittlung komplexer, modular gestufter Fähigkeiten
·       Tendenz zu inhaltlicher Überlastung (Vollständigkeit statt Rezipientenorientierung)


4. Phase: ab 2000
Neue systematische Ansätze der Benutzerschulung
 
Ausweitung zu Konzepten der Vermittlung von Informationskompetenz
 
Orientierung an
·       Curriculumtheorie

Subjekt- statt Objektorientierung
·       Angloamerikanischen Modellen der Information Literacy (z.B. Six Big Skills)
               - Task Definition
               - Information Seeking Strategies
               - Location and Access
               - Information use
               - Synthesis
               - Evaluation
·       Aktivierenden, lernzielorientierten Lehrmethoden
·       Online-Learning (als Variante): z.B. Online Tutorial, Virtueller Rundgang…

 

Wissenschaftsrat 2001:

„Die Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz als Schlüsselqualifikation kann (...) angesichts der Vielfalt und Dynamik nicht allein von den Fachwissenschaftlern geleistet werden. Der Verbesserung der Nutzerkompetenz (information literacy) muss die Bibliothek in Kooperation mit anderen Einrichtungen der Hochschule Rechnung tragen.“

 

Strategisches Positionspapier BMBF 2002:

„Informationskompetenz, also die Fähigkeit, sich methodisch und kritisch zu informieren, muss wie Lesen, Schreiben und Rechnen als Basisqualifikation einer modernen Gesellschaft gelten. Die Förderung der Informationskompetenz muss stärker als bisher im Bildungssystem verankert werden.“

 

 

Stefi-Studie im Auftrag des BMBF 2001:

 

Nutzung elektronischer wissenschaftlicher Informationen erlernt durch:

Studierende

Hochschullehrer

alleine, durch Versuch und
Irrtum:

79,6%

68,0%

mit Hilfe von Kommilitonen/innen bzw. Kollegen/innen

51,4%

48,9%

Betreuungspersonal der UB/FB

15,7%

13,1%

Einführungsveranstaltungen der UB/FB

12,5%

  7,6%

im Rahmen normaler Lehrveranstaltungen

11,1%

 

 

 

Resümee Stefi-Studie:

Studierende            

„Die Informationskompetenz der meisten Studierenden zur Nutzung elektronischer wissenschaftlicher Information (ist) unzureichend. (...) Statt das gesamte Spektrum fachspezifischer elektronischer wissenschaftlicher Medien zu nutzen, beschränken sich die Studierenden häufig auf das „Browsen“ im Internet mit Hilfe freier Suchmaschinen wie Lycos oder Web.de. Ob sie dabei auf wertvolle und hilfreiche Informationen stoßen, bleibt ihnen verschlossen, weil sie ihre Kenntnisse im Umgang mit den neuen Medien nicht systematisch im Rahmen ihres Studium, sondern im Selbstlernverfahren erworben haben.“ (Kurzfassung, S. 4)

Dozenten:

„Die Ergebnisse der Hochschullehrendenbefragung lassen insgesamt auch eine mangelnde Qualifizierung bei manchem Lehrenden erkennen, sich im Dickicht elektronischer wissenschaftlicher Information wirklich effizient zurecht zu finden.

Auch etliche Dozent/innen verschenken durch vorwiegend autodidaktisch erworbene Kompetenzen in Bezug auf die Nutzung elektronischer wissenschaftlicher Information die Chance des gezielten Zugangs zu systematischer, bewerteter wissenschaftlicher Information zugunsten leicht zugänglicher und zufallsanfälliger Informationswege.“



Benutzerschulung/Vermittlung von Informationskompetenz:
- Benutzerschulung war traditionell eher Hilfe zur Selbsthilfe bei der Informationssuche in der Bibliothek
- In der neuen Funktion der Bibliothek als "Teaching Library" vermittelt sie neben Literatur und Informationen
  auch Kompetenz, nämlich Medienkompetenz, Informationskompetenz, Computerkompetenz, Netzwerke- oder
  Internetkompetenz
- Informationskompetenz umfaßt
        * das Erfassen des Informationsbedarfs
        * das Finden potentieller Informationsquellen
        * das Nutzen der Informationsquellen
        * das Bewerten der gefundenen Informationen

Definition  Informationskompetenz:

"Information  literacy is defined as the ability to know, when there is a need for information, to be able to identify, locate and effectively use that information  for the  issue or problem at hand."

(American Library Association,  National Forum on Information Literacy 1990)

Bestandteile der Benutzerschulung/Vermittlung von Informationskompetenz:
- Einführung in die Benutzungsmodalitäten der Bibliothek
- Überblick über das Dienstleistungsangebot der Bibliothek
          * Anmeldeverfahren
          * Orientierung
          * Öffnungszeiten
          * Sonderabteilungen
         * Ausleih- und Fernleihverfahren
- Vermittlung methodischer Fähigkeiten und struktureller Kenntnisse (Suchstrategien)
          * wie lege ich eine Sachrecherche an
          * wie suche ich einzelne Titel
          * wie suche ich Aufsätze
          * wie informiere ich mich über Neuerscheinungen
- Hilfe und Anleitung beim Gebrauch von
          * Katalogen
          * Informationsmittelbeständen
          * einzelnen Informationsmitteln (konventionelle Auskunfts- und Informationsmittel, OPAC und Internet)

Benutzerschulung/Vermittlung von Informationskompetenz erfolgt in der Regel durch:
- Bibliotheksführungen
- Einführungen für definierte Zielgruppen (Erstsemester, neu Immatrikulierte, Angehörige eines Fachclusters usw.)
- Einführungen für alle interessierten Benutzer
- schriftliche Handreichungen (Selbstlernmaterial in gedruckter Form)
          * Benutzerführer
          * Kurzanleitungen
          * Merkblätter usw.
- bisweilen auch auditive oder audiovisuelle Hilfsmittel
          * Tonbänder
          * Tonkassetten
          * Filme (BIS Oldenburg)
- Tutorien in digitaler Form (digitaler Selbstlernkurs)
          * Computerbasiertes Training
          * "distance learning"

Vermittlung von Informationskompetenz statt Benutzerschulung?

„Benutzerschulung“ und „Vermittlung von Informationskompetenz“ werden noch häufig synonym gebraucht, immer häufiger allerdings voneinander abgegrenzt:

Lit.: Hapke, Thomas: Vermittlung von Informationskompetenz. In: Bibliotheksdienst. 34, 2000, 5, S. 819-834.


Hapke berichtet von der Praxis an der Universität Hamburg-Harburg. Er unterscheidet:

Benutzerschulung Vermittlung von Informationskompetenz
Bezug: eine Bibliothek oder ein Informationssystem Bezug: viele Informationssysteme
orientiert an Institution orientiert an "lebenslangem Lernen"
pragmatisch konzept-basierend
kurzfristige Ziele langfristige Ziele
Schwerpunkt auf Werkzeug oder spezieller Datenbank Schwerpunkt auf Strategie
kurs-orientiert über Kurs hinausweisend
lehr-orientiert lern-orientiert


"If you give a man a fish
He will have one meal
If you teach him how to fish
He will be fed for life."


Als weitere Alternative wird neuerdings diskutiert:

Benutzerschulung oder Bibliothekspädagogik?

 


Benutzerschulung Bibliothekspädagogik

Isoliertes pädagogisches Handeln ohne umfassendes Konzept Umfassendes pädagogisches Konzept; Dialog mit Theater-, Museums- u. allg. Pädagogik, Erwachsenenbildung 
Zielgruppe Benutzer Besucher
Ziele - konkrete Bibliothek optimal benutzen können - Einrichtungen und Angebote des Bibliotheks- und 
   Informationswesens optimal nutzen    können 
- Vermittlung von Kultur
- Lernprozesse anregen
- Lesekompetenz verbessern
Inhalte - Konkrete Bibliothek vor Ort erklären
- Service der konkreten Bibliothek erläutern
- Besonderheiten des konkreten 
   Bibliothekskatalogs
- Vermittlung von Informationskompetenz
- Kontakt- u. Methodenwissen, Literatur- und Informationsrecherche, 
   Dokumentbeschaffung, Informationsmittel...)
- Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens
- Weiterverarbeitung von Suchergebnissen mittels Computer
Methoden Objektorientiert Subjektorientiert
Formen Bibliotheksrundgang (Führung) Bibliotheksrundgang, Seminar, Unterrichtsstunde, Expedition, Workshop, Distance Learning 

 

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4.5. Indirekter Informationsdienst



Stand: Dezember 2004

 

Der indirekte Informationsdienst umfasst alle Tätigkeiten,
    durch die die Voraussetzungen für die Funktionsfähigkeit und Qualität des bibliothekarischen Informationsdienstes geschaffen werden.

    die im Hintergrund ohne direkten Nutzerkontakt erfolgen.
        Dazu zählen die Vorbereitung des Informationsdienstes und die proaktive Bereitstellung von Orientierungs- und Nutzungshilfen sowie
        interaktiver Angebote
.
 

Zum indirekten Informationsdienst gehören demnach:

Bedarfsermittlung und Konzeption des Informationsdienstes
- im Rahmen eines Marketingkonzeptes ist zu ermitteln, welche Dienstleistungen seitens der Benutzer/Kunden
  benötigt werden (Nachfragebedarf)
- Marketingkonzept heißt:
        * Unternehmensziel
        * Orientierung des Angebots am Bedarf
        * gezielte Steigerung oder Steuerung der Nachfrage

Organisation und Bewertung des Informationsdienstes
- die konkrete Umsetzung des Bedarfs in adäquate Angebote muß ständig
        * überprüft
        * evaluiert
        * dem gewandelten Bedarf angepaßt werden (z.B. neue Medienangebote, veränderte Öffnungszeiten usw.)

Aufbau, Erschließung, und Pflege von Informationsbeständen
- Beobachtung des Medienmarktes und Bestandsaufbau (dafür sollte ein eigener Etat zur Verfügung stehen)
- Erschließung
          * Aufstellung
          * formale Erschließung
          * sachliche Erschließung
- können ergänzt werden durch
          * spezielle Übersichten
                - zu den vorhandenen oder erreichbaren Informationsbeständen
                - für verschiedene Recherchetypen und Fragestellungen
- eigenständiger Aufbau und Pflege von Datensammlungen (vgl. Selbst erstellte Informationsmittel)
          * Zeitungsausschnittsammlungen
          * Adressdateien
          * Presseecho
          * Anschriften von Unternehmen, Interessenverbänden
          * thematische Zusammenstellungen aus Diskussionslisten und Newsgroups
         diese Produkte gehören allerdings originär zu den aktiven Informationsdienstleistungen

Proaktive Bereitstellung von Orientierungs- und Nutzungshilfen sowie interaktiver Angebote (Archivdatenbank, Diskussionsforum, FAQs usw.)

Herstellung und Pflege von Kooperationsbeziehungen
- Kooperation nach innen (innerhalb der Bibliothek)
          * Verzahnung des Informationsdienstes mit Erwerbung und Katalogisierung
          * so kann das Ziel, die Zufriedenheit der Kunden, in die Betriebsorganisation eingebunden werden
- Kooperation nach außen
          * Informationabteilungen anderer Bibliotheken
          * Dokumentationsstellen
          * informationsverbreitende Einrichtungen aller Art (Wegweiserfunktion)
          Ziel: Benutzer entweder kompetent weiterverweisen oder gesuchte Informationen beim richtigen                 Adressaten zielgerichtet einholen

  Voraussetzungen für eine effektive Durchführung vermittelnder Auskünfte werden damit geschaffen.

Öffentlichkeitsarbeit für den Informationsdienst
- Öffentlichkeitsarbeit und Werbung knüpfen an den Aspekt der Bedarfsermittlung im Rahmen eines Marketingkonzeptes an
 
- zum Marketingkonzept gehört auch, die Nachfrage zu beeinflussen
- die Dienstleistungen der Bibliothek müssen den Benutzern / Kunden offensiv angeboten werden
- Ziel: jeder Benutzer und jeder potentielle Benutzer aus dem Versorgungsbereich der Einrichtung kennt die
  Dienstleistungsangebote der Bibliothek und kann sie im Bedarfsfall zur Lösung seiner Informationsprobleme in
  Anspruch nehmen

Mitarbeiterschulung
- Informationsdienst kann nur dann zur Zufriedenheit der Kunden / Benutzer durchgeführt werden, wenn die
  Informationsbibliothekare über adäquate Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen
- um dies zu erreichen, bedarf es
          * der systematischen Schulung mit regelmäßiger Auffrischung
          * des organisierten Erfahrungsaustausches

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4.6. Sonderformen des Informationsdienstes



Stand: März 2003
 

Sonderformen des Informationsdienstes

- insbesondere in Öffentlichen Bibliotheken z.B. als
      * Regionalinformationen: Informationen über lokale Gegebenheiten
      * Ratgeberinformationen (zu Wohnen, Arbeit, Bildung...): Alltagsfragen der Lebensbereiche
      * Lokalpolitische Informationen: Vermittlung von Informationen, die für politischen Entscheidungsprozesse in der Gemeinde relevant sind
- nur zu leisten in Kooperation mit anderen Informations- und Beratungsstellen am Ort, z.B.
      * Verbraucherberatungen
      * kommunaler Verwaltung
      * Arbeitsamt
      * Volkshochschule usw.
      erschließt dem Benutzer/Bürger die Beratungs- und Informationsmöglichkeiten im lokalen Bereich
      erleichtert Alltagsbewältigung
      erleichtert politische Partizipation

In USA und Großbritannien verbreitet als Community Information Service (CIS), Local Information, Information and
Referral Service, Public Policy Information usw.
Manche dieser Angebote werden auch im Kontext von sozialer Bibliotheksarbeit diskutiert

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5. Methodik des Informationsdienstes
5.1. Prozeß des Informationstransfers



Stand: März 2003

 

Prozeß des Informationstransfers:


Sender    →    Information, Kanal/Medium    →    Empfänger


Sender:
      * Verfasser
      * Urheber
      * Produzent von Aussagen Mitteilungen, Wissen

Empfänger:
      * Benutzer/Kunde
      * Rezipient
      * Konsument von Information, aktiviertem Wissen

Information:
      * basiert ausschließlich auf dokumentierbarem Wissen
      * ist fixiert auf materiellem Träger
      * ist damit überprüfbar und zugänglich
 
 



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5.2. Phasen des Informationsprozesses
5.2.1. Genese



Stand: März 2003

 

Genese
Idealtypischer Verlauf:
        1.1 unbewußter Bedarf
        1.2 diffus bewußter Bedarf (Frageartikulation oft real in dieser Phase)
        1.3 deutlich formulierter Bedarf
        1.4 gestellte Frage
 
 

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5.2.2. Klärungsprozeß



Stand: März 2003

 

Klärungsprozeß
Im Auskunftsinterview sind zu ermitteln:
- Zweck der gesuchten Information
- Sachgebiet
- zeitlicher Kontext
- geographischer Kontext
- Benutzererwartungen hinsichtlich der Zielinformationen
          * Umfang
          * Sprachen
          * Schwierigkeitsgrad
          * Zeitliche Deadline
          * Ausgabeform
- Beschaffungswege
- Finanzielle Deadline
- Vorarbeiten des Benutzers
- Suchstrategien
- Übertragung der Frage Suchbegriffe
- Art und Zeitpunkt der Präsentation der Suchergebnisse
 
 

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5.2.2.1. Methodik des Auskunftsinterviews



Stand: März 2003

 

Damit das Auskunftsinterview erfolgreich abgeschlossen werden kann müssen eine Reihe von methodischen Gesichtspunkten berücksichtigt werden:
Nonverbale Faktoren:
- das Kommunikationsklima wird bestimmt durch:
          * Augenkontakt ("initial eye contact")
          * Gestik
          * Mimik
          * Tonfall
- Gesprächspartner signalisiert seine innere Haltung (Abneigung oder Zustimmung) mittels
          * Körpersprache ("open body language")
          * Erscheinungsbild
          * Auftreten ("unhurried")
- Vertrauen beim Benutzer kann z.B. erzeugt werden durch ein Namensschild

Dialogtechnik:
- wichtig ist die Bereitschaft zu aktivem Zuhören (Fähigkeit, die Aussagen des Gesprächspartners anzuhören und
  im Anschluß komprimierend und rekapitulierend zu präzisieren)
- die Äußerungen des Benutzers werden paraphrasiert und resümiert, um Definitionen zu klären und Verständnis
  zu sichern
- bei der Beantwortung soll auf klaren und einfachen Satzbau geachtet werden
- bibliothekarischer Fachjargon ist strikt zu vermeiden
- der Bibliothekar darf die Problemdiagnose nie besserwisserisch vorwegnehmen
- seine Antworten und Rückfragen müssen neutral bleiben, Bewertungen sind zu vermeiden
- bei Rückfragen ist die Fragetechnik entscheidend (offene und geschlossene Fragen)
          * offene Fragen eignen sich vor allem am Beginn des Auskunftsinterviews; sie ermuntern zur detaillierten Beschreibung
             und geben dem Benutzer Gelegenheit zur Erläuterung seines Anliegens
          * geschlossene Fragen zwingen den Benutzer, sich alternativ zu entscheiden; diese Frageform sollte erst im fortgeschrittenen
             Verlauf oder gegen Ende des Interviews verwendet werden
Beispiel: Benutzer fragt nach Informationen zu Wahlergebnissen
        * offene Frage:                 "An welchen Wahlen sind Sie interessiert?"
        * geschlossene Frage:       "Suchen sie die Ergebnisse von Bundestags- oder Landtagswahlen?"

kommunikativer Grundgestus des Auskunftsbibliothekars:
- Bereitschaft zu Kontaktaufnahme zeigen ("Approachability")
- Interesse an der Frage des Benutzers zeigen ("Interest")
- den Willen erkennen lassen, das wirkliche Bedürfnis des Benutzers zu ermitteln

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5.2.3.Suchprozeß



Stand: März 2003

 

Suchprozeß
Zum Suchprozeß gehören die Planungsphase und die Suchphase.

Planungsphase
- Suchstrategie
          * Suchebenen
          * Hilfsmittel
          * Sucheinstieg
          * Suchprioritäten
          * Suchmethode (allgemein)
- Suchmethoden
          * Methodik der bibliographischen Titelermittlung
                    - Identifikation adäquater Suchelemente
          * Methodik der bibliographischen Literaturrecherche
                    - deduktiv
                    - induktiv
                    - punktuell
                    - flächig
                    - gabelnd
          * Methodik der Sachrecherche
                    - nicht standardisierbar

Suchphase
Optional:
- Beteiligung des Benutzers
- Modifikation der Suchstrategie
- Fehleranalyse
- Aufbereitung der Zielinformationen
 
 

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5.2.4. Antwortübermittlung



Stand: Mai  2005

 

Antwortübermittlung
Die Präsentation der Rechercheergebnisse muß immer mit Kontrolle
und Bewertung durch Nachfrage verknüpft werden.  ("Follow-up")

Schlüsselkriterien für die Bewertung:
- Relevanz/Präzision (Ballastinformationen, Irrelevanzfaktor)
- Pertinenz (Sachdienlichkeit/Bedarfsentsprechung)
- Recall (Vollständigkeit)

Auch wenn das Rechercheergebnis negativ ist, muß dem Benutzer mitgeteilt werden,

Gegebenenfalls kann ein Hinweis, eine Vermittlung  an
In jedem Fall muss der Benutzer das Gefühl haben, dass die Bibliothek in seinem Auftrag voller Engagement und professionell recherchiert hat.



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5.3. Ablauf eines Rechercheprozesses des Information Retrieval



Stand: März 2003

 

Ablauf eines Rechercheprozesses
(Quelle: Hapke, Bibliotheksdienst 1999, S., 1120):

 Ablaufplan


 
 

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5.4. Bibliothekarische Informationsdienstleistung


 

Stand: Dezember 2004

 

 

 

Bibliothekarische Informationsdienstleistung vs. Retrieval über Suchmaschinen:

 

Zeichen/Informationen haben drei Dimensionen:

syntaktische             regelrechte Anwendung

semantische             Bedeutung

pragmatische           Wirkung auf die Rezipienten

 

Anbieterstrategie:

·        orientiert allein an Syntax und Semantik (klass. bestandsorientierte Bibliothek)

Abnehmerstrategie:

·        neben Syntax und Semantik auch an Pragmatik orientiert (zielgruppenorientierte, personalisierte Dienstleistungen in moderner Bibliothek)

Suchmaschine:

·        arbeitet Eingaben rein syntaktisch ab;

·        falls Thesaurus vorhanden, in begrenztem Umfang auch semantisch

Bibliothekarische Informationsdienstleistung:

·        Aufgrund komplexer Kommunikationsprozesse wird individuelle Suchstrategie formuliert

·        Höchst individuelle Konnotationen werden identifiziert, „übersetzt“, umschrieben

·        Kulturelle, gesellschaftliche, individuelle Kontexte fließen in die Formulierung der Suchstrategie ein

·        Berücksichtigt neben syntaktischen und semantischen auch pragmatische Belange

 

Bibliothekarische Informationsdienstleistung nach Harold D. Lasswell (amerik. Soziologe, 1902-1978)

 

Lasswell-Formel

Wer

(Who says)

Kommunikator

Bibliothek

Was

(what)

Inhalt

wirbt für Profildienste

Wo

(in which channel)

Medium

per E-Mail

Zu wem

(to whom)

Publikum/Adressaten/ Rezipienten

bei Dozenten,

Mit welchem Effekt
(with what effect)

Wirkung/Pragmatik

die davon anschließend großen Gebrauch machen


 




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 5.4.1. Modell des individuellen Informationsprozesses
("
Six Big Skills")


 

Stand: Dezember 2004

Modell des individuellen Informationsprozesses

- Modell der Six Big Skills, entwickelt von Michael B. Eisenberg, Robert E. Berkowitz
Lit.: Michael B. Eisenberg, Robert E. Berkowitz: Information Problem-Solving. The Six Big Skills Approach to Library and Information Skills Instruction. Norwood, N.J. 1990.

Six Big Skills:

Task Definition

- define the problem
- identify info requirements

Information Seeking Strategies

- determine range sources
- prioritize sources

Location and Access

- locate sources
- find info

Information use

- engage (read, view etc.)
- extract info

Synthesis

- organize
- present

Evaluation

- judge the product
- judge the process

 

 
Die Definition "Vermittlung von Informationskompetenz" der ACRL/ALA (Association of College and Research Libraries/American Library Association)  und die Six Big Skills im Vergleich:

 

ACRL/ALA

Erläuterung

Six Big Skills

Informationsbedarf erkennen

Art und Umfang der benötigten Informationen definieren

Task

Potentielle
Informtonsquellen finden

 

Unterschiedliche Typen und Formate identifizieren

Kosten und Nutzen in Betracht ziehen

Location and Access

Informationsquellen effektiv nutzen

 

Untersuchungsmethode, Retrievalmethode auswählen

 

Suchstrategie entwickeln (Suchvokabular erzeugen...)

 

Exzerpieren, Download, Verwalten der Zielinformationen

Information Seeking Strategies

Information Use

Synthesis:

 

Gefundene Informationen bewerten

Zuverlässigkeit, Genauigkeit, Autorisierung überprüfen; weltanschaulich bedingte Verzerrungen erkennen; kulturelle, physische und sonstige Kontexte erkennen; Nutzen im Anwendungskontext bewerten

Evaluation

 

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  5.4.2. Modell des individuellen Informationsprozesses

Kuhltau: Information Searching Process

 

Stand: Dezember 2004

 

Im Mittelpunkt:

·        Bestimmung des Informationsbedarfs
(vier von sieben Phasen)

·        Neben kognitiven auch emotionale Aspekte

 

1. Task
 Initiation

Informationsbedarf erkennen

2. Task
Selection

übergreifendes Thema bestimmen

3. Task
Exploration

Überblick zum Thema gewinnen, eigenen Standpunkt gewinnen

4. Focus
Formulation

Thema eindeutig formulieren oder eingrenzen

5. Collection

relevante Informationen zum Thema suchen


6. Presentation

gefundenen Informationen zusammenstellen


7. Assessment

Ergebnis/Prozess bewerten


 

Informationsbedarf:
Diskrepanz zwischen vorhandenem und benötigtem Wissen

ð     Verhältnis ist dynamisch

ð     Exakter Informationsbedarf kann oft nicht am Anfang des Informationsprozesses, sondern erst in einer späteren Phase bestimmt werden

ð     Rekursive Abfolge, Rückkehr in bereits durchlaufene Phasen

 

 

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5.5. Kommunikationsbarrieren und Störfaktoren



Stand: Mai 2005

 

Kommunikationsbarrieren und Störfaktoren
Unwissen:
Erfolgreiche Informations- und Auskunftsprozesse kommen oft allein deshalb nicht zustande, weil die Benutzer die Dienstleistungsangebote der Bibliothek nicht kennen.
Durch Öffentlichkeitsarbeit und Werbung, aber auch durch optimale Beschilderung müssen die Benutzer auf die Informationsdienste aufmerksam gemacht werden.

Räumliche und organisatorische Mängel:
Die Gestaltung des Auskunftsplatzes hat - wie die Werbepsychologie beweist - wesentliche Auswirkungen darauf, ob das Dienstleistungsangebot angenommen wird.
Abschreckend wirkt
      * bürokratisch-steife Atmosphäre
      * chaotisch und unaufgeräumt aussehender Auskunftsplatz
      * strategisch ungünstige Plazierung der Informationsstelle (bei zentraler Plazierung muß dennoch Ungestörtheit ohne Lärmbelästigung und Diskretion gewährleistet sein)
      * Auskunftsplatz ist aus Personalnot nur sporadisch besetzt
      * Schlangen wartender Benutzer machen das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage überdeutlich
      * Auskunftsbibliothekar erledigt Nebenaufgaben (signieren, Bibliographien auswerten, Statistik führen, Geräte warten...),
         liest Fachliteratur oder sonstige Lektüre, unterhält sich mit Kollegen ("wirkt beschäftigt")

Psychologische Hemmungen:
Nach amerikanischen Untersuchungen trauen sich nur 35% aller Benutzer mit Informationsproblemen, sich mit ihren Fragen an den Auskunftsbibliothekar zu wenden. Die Gründe dafür können darin liegen, daß der Benutzer
- vermutet, der Bibliothekar sei zu beschäftigt
- denkt, sein Problem sei zu trivial
- sein Problem selbst nicht präzise definieren kann
- mit der letzten Auskunft unzufrieden ist
- Scheu hat, seine Wissenslücke zu offenbaren
- der bibliothekarischen Terminologie nicht mächtig ist

Ein großer Teil der genannten Barrieren läßt sich durch organisatorische Vorkehrungen zumindest verringern.
Hinzutreten muß allerdings die Schulung des Auskunftspersonals, das erst im Bewußtsein um diese Problemfelder Störfaktoren durch eigenes Fehlverhalten korrigieren kann.
Voraussetzung für diese Maßnahmen ist natürlich, daß die Entscheidungsträger dem bibliothekarischen Funktionsbereich Informationsdienst die nötige Wertschätzung entgegenbringen.


Exkurs:
Die ALA nimmt diese Faktoren so ernst, daß 1992 dafür ein "Ad Hoc Committee on Behavioral Guidelines for Reference and Information Services" eingerichtet wurde, welches 1996 Ergebnisse präsentierte:

"Guidelines for Behavioral Performance of Reference and Information Services Professionals"
URL: http://www.ala.org/rusa/standard.html#ref

Hauptpunkte hier:
- Approachability
          * ready to engage approaching patrons
          * initial eye contact
          * smiling and open body language
          * friendly greeting, standing up, moving forward or closer to the patron
          * remains visible
          * roves through the reference area offering assistence
- Interest
          * faces patron
          * maintains eye contact
          * signals understanding through nodding the head or brief comments or questions
          * appears unhurried
          * focuses his attention on the patron
- Listening/Inquiring
          * appropriate tone of voice
          * receptive, cordial communication
          * rephrases patron's questions, ask for confirmation
          * open-ended questions, ask for additional information
          * closed questions to refine search query
          * avoids excessive jargon
          * maintains objectivity
- Searching
- Follow-up

Vgl. dazu auch: Kirsten Heinrich: "Auskunfts-Bibliothekar" - "Bestands-Bibliothekar" oder Beruf zwischen Jammertal und Zukunftsangst In: Von Gutenberg zum Internet. Frankfurt/M. 1997, S. 255-264.
7. Deutscher Bibliothekskongress, 87. Deutscher Bibliothekartag in Dortmund 1997. ZfBB-Sonderheft

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5.6. Auskunftsprotokolle



Stand: Januar 2005

 

Auskunftsprotokolle

Die Erarbeitung von Auskunftsprotokollen dient
- der Bewertung und Relevanzkontrolle des konkreten Auskunftsprozesses
- der Bewertung der Informationsdienstleistungen einer Bibliothek insgesamt

Auskunftsprotokoll fixiert schriftlich:
- Auskunftsinterview
- Suchstrategie
- Suchvorgang
- Suchergebnis mitsamt der Bewertung

Auskunftsprotokoll erzeugt:
- Übersichtlichkeit
- Überblick über die bisherigen Stationen der Suche
- erleichtert die Wiederaufnahme einer abgebrochenen Suche als auch die Übergabe an einen anderen Bearbeiter
- Zwischen-, Teil- und Endergebnisse lassen sich im Kontext des gesamten Vorgangs besser auf Zuverlässigkeit,
  Eindeutigkeit und Vollständigkeit überprüfen
- für telefonisch entgegengenommene Auskunftsfragen ist Auskunftsprotokoll unverzichtbar

Auskunftsprotokolle können bis zu vier Funktionen haben:
- als Hilfsmittel im direkten Auskunftsprozeß (wie eben erläutert)
- als Grundlage für spätere Auskunftsprozesse:
          * standardmäßig wiederkehrende Anfragen können mitsamt der einmal erarbeiteten Suchwege in einer Kartei oder
             Datenbank erfaßt und wiederverwendet werden oder den Anstoß zur Erarbeitung eigenständiger Auskunftsmittel
             geben
          Problem: Aufwand, geringe Halbwertzeit der Lösungswege..., Wandel des Informationsbedarfs...
- als Mittel zur Bestandskontrolle:
          * Lücken im Informationsbestand können erkannt und beseitigt werden ("Nein-Listen")
- als Mittel der Leistungskontrolle:
          * War die Suchstrategie angemessen?
          * Stand der Zeitaufwand im Verhältnis zum Ertrag?
          * Konnte der Informationsbedarf adäquat befriedigt werden?
          * möglicher Schulungs- und Reorganisationsbedarf kann transparent werden

Beispiel für das Formular eines Auskunftsprotokolles ("reference intake form"):

Name: ............................................................
Datum, Uhrzeit: ............................................................
Telefon: ............................................................
E-Mail: ............................................................
Adresse: ............................................................
Frage: ............................................................
Bis wann Antwort: ............................................................
Gepüfte Quellen: ............................................................
richtige Inhalte: ............................................................
keine Inhalte: ............................................................
enthaltene Hinweise: ............................................................
Antwort gefunden in: ............................................................
Frage vollständig beantwortet? ............................................................
Wenn nein:
Fernleihe oder weiterverwiesen an:
............................................................


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5.7. Notwendige Kompetenzen für Auskunft und Information



Stand: März 2003

 

1. Ressourcenkompetenz
2. Methodenkompetenz
3. Kommunikationskompetenz/Soziale Kompetenz
4. Sprachenkompetenz
5. Anwendungsorientierte EDV-Kompetenz
6. Betriebswirtschaftliche Kompetenz
7. Möglichst breite Allgemeinbildung

1. Ressourcenkompetenz
- Kenntnis der fachübergreifenden Informationsorganisation
          * Identifizierung der vorhandenen und relevanten allgemeinen Informationsmittel
- Kenntnis der Fachinformationsorganisation des/der spezifischen Fächer (Fachinformationskompetenz)
          * Identifizierung der vorhandenen und relevanten Fachinformationsmittel
- Bestandsaufbau
          * Beobachtung des Marktes für Informationsmittel und Informationsressourcen
          * Auswahl in Abhängigkeit vom Informationsbedarf der realen und potentiellen Kunden
          * Beurteilung der unterschiedlichen Angebotsformen ein und desselben Produktes (Print, CD-ROM/DVD, Online)
- Entscheidung über den Aufbau eigener Informationsmittel für die Informationsarbeit (Datenbanken, Auskunftsdateien,
  Broschürensammlungen, Linklisten...)

2. Methodenkompetenz
- effiziente Recherchestrategien entwickeln und durchführen
- problemspezifische Informationen identifizieren und aufbereiten (Bewertung und Verdichtung von Zielinformationen)
- in Informationsmitteln aller Art mit unterschiedlichen Suchmethoden und Retrievalstrategien bedarfsorientiert recherchieren
- Retrievalsysteme und Benutzeroberflächen von elektronischen Informationsmitteln kritisch beurteilen

3. Kommunikationskompetenz/Soziale Kompetenz
- Durchführung von Auskunftsinterviews: Problemstellung der Kunden richtig interpretieren
- Gespräche moderieren und Konfliktsituationen beherrschen
- Benutzerschulung und -beratung aufgaben-, zielgruppen- oder medienorientiert planen und durchführen
- Persönlichkeitsmerkmale (idealtypisch): Offenheit, Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Kontaktfreudigkeit,
  Geduld, Hilfsbereitschaft, Einfühlungsvermögen, Wissbegier, Flexibilität...

4. Sprachenkompetenz
- fremdsprachige Informationsmittel mit fremdsprachigen Arbeitshilfen nutzen können (mindestens: Englisch)
- eigene Informations- und Schulungsdienste auch in fremden Sprachen erstellen und anbieten

5. Anwendungsorientierte EDV-Kompetenz
- Beurteilung und Auswahl von Hard- und Software für den eigenen Arbeitsbereich (technisches Hintergrundwissen)
- Programme für die Vorbereitung und Durchführung von Recherchen sowie für die Nachbearbeitung von Rechercheergebnissen
  routiniert anwenden (Programme für Kommunikation, Textverarbeitung, Kalkulation, Graphik und Datenbankmanagement
  in ihren Grundfunktionen
- Informationsretrievalsysteme bedienen: die Auswertungstechniken und Zugriffsmöglichkeiten der entsprechenden
  Informationsmittel
- geschickter Umgang mit den Suchtechniken im Internet
- fundierte Kenntnisse der gängigen Retrievalsprachen

6. Betriebswirtschaftliche Kompetenz
- kunden- und bedarfsorientierte Planung der Informationsarbeit als zentraler bibliothekarischer Dienstleistung
- Informationsmittel unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewerten und auswählen
- Informationsrecherchen bedarfs- und kostenorientiert durchführen und abrechnen
- Marketingstrategien für die eigenen Informationsdienstleistungen entwickeln (Öffentlichkeitsarbeit und Werbung)

7. Möglichst  breite Allgemeinbildung
- Prinzipieller „Wissensdurst“
- Kenntnis der aktuellen politischen, gesellschaftlichen Diskurse
            * Seriöse Wochenzeitungen regelmäßig lesen
            * Seriöse Nachrichtensendungen in Radio und TV täglich verfolgen
            * Lektüre überregionaler Tageszeitungen
Spezifisches Fachwissen (ggf. ergänzend zu besonders guter Allgemeinbildung)
- Kenntnis der fachbezogenen Infrastrukturen
- Kenntnis der zentralen und aktuellen fachlichen Diskurse

   


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6. Informationsmittel und Informationsmittelbestände
6.1. Informationsmittel
6.1.1. Merkmale


Stand: Mai 2005

 

Informationsmittel:
- Unterscheidung zwischen allgemeinen und fachlichen Informationsmitteln
- erlauben aufgrund der Anlage oder durch die Zugriffsmöglichkeiten punktuelle Information
- lineare Lektüre meist nicht beabsichtigt (Nachschlagewerk)

Gedruckte Nachschlagewerke
- ordnen das Material nach bestimmten Prinzipien, z.B. alphabetisch, systematisch, chronologisch, topographisch,
  tabellarisch)
- erlauben damit einen gezielten Zugriff zu den einzelnen Informationen in Wort, Bild oder Zahl
- lineare Lektüre nicht beabsichtigt und meist sinnlos

Elektronische Nachschlagewerke
- bieten ebenfalls punktuellen Zugriff
- bieten zusätzlich multimediale Verbindungen aus Wort-, Bild- und Toninformationen
- bieten tiefere Erschließung durch
          * erheblich mehr Sucheinstiege und -möglichkeiten
          * Suchtechniken wie Boolesche Operatoren, Abstandsoperatoren, Trunkierung, Ranking

Gedruckte und elektronische Bücher mit zusätzlicher Erschließung
- enthalten linearen Text (Bild-, Tonfolgen)
- bieten zudem präzisen Zugriff auf einzelne Daten, Kontakt, Sachverhalte unabhängig vom Kontext, z.B. durch
          * präzise und Kontaktreiche Darstellung
          * vielseitige Erschließung des Hauptteiles
                    - detaillierte Inhaltsverzeichnisse
                    - ausführliche Register jeder Art (Sach-, Personen-, Orts-, Abbildungsregister ...)
          * Ergänzung des Hauptteiles durch umfangreiche Sonderteile, die auch unabhängig nutzbar sind
                    - Tabellarische Anhänge (Statistiken, Chronologien u.ä.)
                    - Kartenteile
                    - Abbildungen/Bildteile
                    - umfangreiche Literaturverzeichnisse
                    - Adressenverzeichnisse
                    - sonstige dokumentarische Anhänge

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6.1.2. Typologie



Stand: Juni 2005

 

Typologie:
Unterteilt nach dem Grad ihres Bezugs zur Primärinformation in
- Primärquellen (Originalmaterialien oder Originalliteratur)
          * Monographien (gedruckt oder elektronisch)
          * Zeitschriftenaufsätze (gedruckter oder elektronisch)
          * Kontaktdatenbanken
          * Volltextdatenbanken
- Sekundärquellen
          * bibliographische Informationsmittel
                    - Allgemeinbibliographien
                    - Fachbibliographien
                    - Kataloge
                    - referenzierende Datenbanken
- Tertiärquellen
          * Informationsquellen, die sich auf Originalliteratur und Sekundärquellen stützen; enthalten im Unterschied zu
            bibliographischen Informationsmitteln vorwiegend oder ausschließlich Sachinformationen
                    - Enzyklopädien
                    - Handbücher
                    - Referateblätter

Typen von Informationsmitteln:
- Enzyklopädien und Lexika
- Wörterbücher
- Biographische Nachschlagewerke
- Bibliographien
- Bibliothekskataloge
- Indizes
- Kontaktbücher
- Jahrbücher
- Adreßverzeichnisse
- Hand- und Lehrbücher
- Geschichtliche Darstellungen
- Quellen- und Textsammlungen
- Bild- und Tafelwerke
- Karten- und Kartenwerke
- Statistiken
- Tabellenwerke
- Studienführer
- Kursbücher und Fahrpläne
- Veranstaltungsverzeichnisse, Vorschauen und Kalender

- selbst erstellte Informationsmittel:  
          * Zusammenstellung einzelner Informationen
                    - Adreßdateien
                    - Kontaktdateien
                    - bibliographische Dateien
          * Zeitungsausschnittsammlungen
          * Broschürensammlungen
          * Aufbau, Erschließung und Pflege von Informationsservern
          * themenspezifische Sammlung von Internetadressen
          * Virtuelle Fachbibliotheken
          * Subject Gateways
          * Portale


Typen von Informationsmitteln - Einzeldarstellungen

Enzyklopädien und Lexika

Enzyklopädie

Ursprünglich

Neuzeit:


Lexika


Seit Ende des 19. Jh.:

Enzyklopädisches Lexikon als Mischform


Trend: umfangreichere Lexika werden aus Marketinggründen als Enzyklopädien bezeichnet

(Allgemein-)Enzyklopädien und Lexika
enthalten Informationen zu:
•    Sachen
•    Personen
•    Räumen
•    Epochen
spiegeln zeitgenössischen Erkenntnisstand
•    auf allen Sachgebieten
•    in überschaubarer Form
fachliche, räumliche oder inhaltliche Grenzen werden (idealtypisch) nicht gesetzt
real ist der Sprach- oder Kulturkreisschwerpunkt eindeutig identifizierbar


_______________________
Wörterbücher


_______________________


Biographische Nachschlagewerke

Typus:

Lexikon mit ausschließlich biographischen Artikeln über Personen

Formale Auswahlkriterien:

Geographischer Bezug
Sozialer Bezug
Beruflicher Bezug
Zeitlicher Bezug

 
Verzeichnistypen:

Internationale biographische Nachschlagewerke
Nationale biographische Nachschlagewerke (ADB...)
Biographische Kurzlexika: (Typ „Who’s who“)
Reprokumulierungen biograph. Nachschlagewerke
Werke mit Registerfunktion (IBN...)
Enzyklopädien

Bio-Bibliographien, Personalbibliographien


_______________________

Bibliographien

Medienverzeichnis

Verzeichnis/Datenbank, in dem handschriftliche, gedruckte, digital gespeicherte oder sonst wie erzeugte und gespeicherte Zivilisationsprodukte erfasst und erschlossen werden.

_______________________

Bibliothekskataloge

Verzeichnis der Medien, über die eine Bibliothek verfügt oder zu denen sie den Zugang ermöglicht mit Angabe der Stand-/Fundorte

Verzeichnis/Datenbank, in dem die handschriftlichen, gedruckten, digital gespeicherten oder sonst wie erzeugten und gespeicherten Zivilisationsprodukte erfasst und erschlossen werden, die in einer Bibliothek vorhanden sind oder zu denen sie den Zugang ermöglicht mit Angabe der Stand-/Fundorte

_______________________

Indizes

Eigentlich: Register
In angloamerikanischem Gebrauch: Zeitschrifteninhaltsbibliographie („Register“ der Zeitschriften)
Auch als Verzeichnis faktographischer Informationen (Bilder usw.)

 

_______________________

Kontaktbücher

Zusammenstellungen von Daten, Kontakt unterschiedlichen Charakters in Wort und/oder Bild
Kurzinformationen
Sachliche Stoffgliederung mit Registern
(„Wie funktioniert das?“, „Schlag nach! 1000 Tatsachen aus allen Wissensgebieten“, „Buch der Rekorde“ ...)


_______________________

Jahrbücher (Almanache, Kalendarien, Pressedienste)

Periodisch erscheinende Kontaktbücher
Konkrete Berichtszeit: Daten, Zahlen, Kontakt, Bilder zu Ereignissen und Entwicklungen eines bestimmten Zeitabschnittes


Besonderheit:

Allgemeine Jahrbücher:
Fischer Weltalmanach, dtv-Jahrbuch, aktuell...

Fachliche Jahrbücher:
Film-Jahrbuch, Jahrbuch des Sports, Konzert-Almanach...


_______________________

Adressverzeichnisse


______________________

Hand- und Lehrbücher

_______________________

Geschichtliche Darstellungen

 von Fachgebieten/Themen


_______________________

Quellen- und Textsammlungen

 

Bild- und Tafelwerke

Können dank besonderer Anlage/Erschließung und umfassender Register den Charakter von Informationsmitteln erhalten

 

Karten- und Kartenwerke

 

Statistiken

 

Tabellenwerke



Selbst erstellte Informationsmittel - Einzeldarstellungen:

Virtuelle Fachbibliotheken

DFG-Konzept aus 1997

Vgl. Reinhard Rutz: SSG-Programm, Virtuelle Fachbibliotheken und das Förderkonzept der DFG. In: Bibliothek, Forschung und Praxis 22, 1998, 2, S. 303-308

      Hermann Rösch, Dirk Weisbrod: Linklisten, Subject Gateways, Virtuelle Fachbibliotheken und Wissensportale. Typologischer Überblick und Definitionsvorschlag. in BIT-online. 7, 2004, 3, S. 177 - 188

-       

Grundgedanke:

·        Tätigkeit der SSG-Bibliotheken erweitern auf digitale Medien und Netzpublikationen
·        Digitale Medien und Netzpublikationen eines Faches in allen Erscheinungsformen in die Informationsverantwortung einzubeziehen
o       bereitstellen
o       sichern
o       Dienstleistungen zur dauerhaften Nutzung entwickeln und anbieten

·      gemeinsam mit anderen fachlich einschlägigen Einrichtungen zu kooperieren (Organisationsform „Virtuelle Fachbibliothek“)

Einzelne Virtuelle Fachbibliotheken (Funktionalität):


·        bieten fachspezifischen Zugriff auf wissenschaftsrelevante Informationen und Dokumente unabhängig von Medium und Speicherform (auch Printmedien, Websites...)
·        bieten Zugriff auf Informationen und Dokumente, die weltweit verteilt vorliegen
·        ermöglichen zentrale Recherche und Bestellung
·        stellen ein Rechercheinstrument bereit, das parallele Suche in verschiedenen Datenbeständen erlaubt

Zusammenschluss der Virtuellen Fachbibliotheken                   

Die virtuelle Fachbibliothek www.virtuellefachbibliothek.de      

als

·        Fachübergreifender Einstiegspunkt für wissenschaftliche Recherchen
·        Einstiegspunkt für Zugriff auf einzelne virtuelle Fachbibliotheken und ergänzende Informationsangebote von WEBIS (=Informationssystem zur überregionalen Literaturversorgung in Deutschland)
·        Koordinierungsstelle: UB/TIB Hannover
·        Integration weiterer Fächer bzw. noch aufzubauender virtueller Fachbibliotheken ist geplant

                          
seit Sommer 2003 abgelöst durch VASCODA
 

System Virtueller Fachbibliotheken (Stand 2005)


Fach

URL

Koordinationszentrum

Anglo-Amerikanischer Kulturraum

 

http://www.sub.uni-goettingen.de/vlib/

SUB Göttingen

Ethnologie

 

http://www.evifa.de

UB der Humboldt-Universität zu Berlin

Gegenwartskunst

http://vifaart.slub-dresden.de

SLUB Dresden

Geowissenschaften, Geographie

http://www.geo-leo.de/

SUB Göttingen

TU Freiberg

Geschichte

http://www.historicum.net/

http://www.clio-online.de/

BSB München,

SUB Göttingen,

UB der Humboldt-Universität und SBB

Holztechnik

http://vifaholz.tib.uni-hannover.de/

Institut für Holztechnologie Dresden

Medizin

http://www.medpilot.de

ZBMed Köln

Niederländischer Kulturraum

http://www.nedguide.de

ULB Münster

Osteuropa

http://www.vifaost.de/

BSB München, Histor. Sem. LMU München, Osteuropa-Institut München, Herder-Institut Marburg

Pharmazie

http://www.vifapharm.de/

UB Braunschweig

Physik

http://vifaphys.tib.uni-hannover.de/

UB/TIB Hannover

Politik und Friedensforschung

http://www.vifapol.de

SUB Hamburg

Psychologie

http://fips.sulb.uni-saarland.de/port.htm

SULB Saarbrücken

Recht

http://www.vifa-recht.de

SBB Berlin

Romanistik

http://www.guiderom.de

ULB Bonn

Sozialwissenschaften

http://www.vibsoz.de

IZ Sozialwissenschaften Bonn

Spanisch- und portugiesischsprachiger Kulturraum, Karibik

http://www.cibera.de

Ibero-Amerikanisches Institut Berlin, Institut für Ibero-Amerikakunde. Hamburg, SUB Bremen

Technik

http://vifatec.tib.uni-hannover.de/

UB/TIB Hannover

Veterinärmedizin/allg. Parasitologie

http://elib.tiho-hannover.de/virtlib/

BTiHo Hannover

Vorderer Orient einschl. Nordafrika

http://ssgdoc.bibliothek.uni-halle.de

ULB Halle

Wirtschaftswissenschaft – Teilbereich Betriebswirtschaft

http://www.econbiz.de

USB Köln

Wirtschaftswissenschaft – Teilbereich  Volkswirtschaft

http://www.econbiz.de

ZBW Kiel

 











































Mögliche Komponenten einer Virtuellen Fachbibliothek:  


Komponenten

Merkmale

Integrierte Fachrecherche

In Fachbibliographischen Datenbanken, Katalogen und Internetsuchmaschinen

Fachliche Suchmaschine

Suche in vorgegebenen, ausgewählten URLs

 

 Fachinformationsführer

Konventionell und digital; Einbindung von Fachwissenschaftlern bei Aufbau und Pflege des Fachinformationsführers; hohe Qualität und Aktualität der angebotenen Links durch Aualitäts und Bewertungskriterien

 Elektronische Volltexte

Dokumentenserver, der den Zugriff auf Volltexte (insbesondere Reprints, Arbeitspapiere, Dissertationen und Abstracts

Elektronische Zeitschriften

Elektronische Zeitschriftenliste (paralele Recherche; kostenpflichtig und kostenfreie)

Fachbibliographien

(parallele Recherche, sofern online)

Einbindung relevanter Kataloge

(parallele Recherche durch Meta-Suchmaschine

Aufsatzdatenbanken

Zeitschrifteninhaltsdienste (auch kostenpflichtig)

 Webkatalog

Erschließung fachlich relevanter Internetquellen, strukturierte Linksammlung relevanter Internetquellen; evaluierte Linksammlungen; Qualitätssicherungdes Informationsangebots

Dokumentlieferdienste

Zugriff auf Dokumente unabhängig von ihrer physischen Form „one-stop-shop“; Bestell- und Liefersystem

 Konferenzdatenbank

Kongressberichte; Konferenzbeiträge; Reprints, Konferenzschrifteninhalte: Abstracts der Vorträge; Sammlung der Powerpointpräsentationen.

Tagungskalender

Kongresskalender

Dissertationsdatenbank

 

Fachdatenbanken

Kontakt-, bibliographische oder sonstige Datenbanken

Tutorials

Multimedia, Lehr- und Lernmaterialien

Statistische Daten

Bibliotheksstatistik

 Kompetenznetzwerke

Adressdatenbanken von Personen, Institutionen, Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen

News, Forum

Newsletter, der über neu erschlossene Websites, die neu erworbene Literatur sowie weitere Entwicklungen der VF berichtet




Subject Gateway:

·      Fachlicher Webkatalog, Fachliche Suchmaschine, fachbezogene, bewertete wissenschaftliche Quellen (Dokumente),
·      Erschließung durch Fachklassifikation,
·      Fachbezogene Adressen,
·      Fachbezogener Veranstaltungskalender, Expertendatenbank

 

Quality-controlled Subject Gateway:

"Subject service with high standards for quality control and with rich description and structure" (Koch 2000)

Merkmale nach Koch:

·      Manuell erstellte Metadaten (DC, DDC, fachliche Klassifikation, verbale Sacherschließung anhand eines Thesaurus...)
·      qualitätsorientierte Auswahl der verzeichneten Quellen (Kriterien transparent)
·      umfangreiche Beschreibung der ausgewählten Quellen

 Gegenüber Portal fehlen u.a. Personalisierung und Kollaborative Tools
 

Lit.:
Koch Traugott: Quality-controlled Subject Gateways. Definitions, Typologies, Empirical Overview. In: Online Information Review. 24, 2000, 1, S. 24-34.
Becker, Hans-Jürgen, Heike Neuroth: Crosssearchen und crossbrowsen von “Quality-controlled Subject Gateways im EU-Projekt Renardus.
In: ZfBB. 49, 2002, 3, S. 133-146.


Portale:

    Portaltypen:

·      Internetportal
·      Unternehmensportal
·     
Wissenschaftsportal/Bibliotheksportal

Lit.:
Hermann Rösch: Portale im Internet, Betrieb und Wissenschaft. Marktplatz und Instrument des Kommunikations- und Wissensmanagments. In: Bit-online. 4, 2001, 3, S.237-246.

Vortrag vom 26. Österreichischen Bibliothekartag:

Hermann Rösch: Wissenschaftsportal - bibliothekarische Konzeption in der Informationsgesellschaft.
URL: http://bt2000.univie.ac.at/vortr..html


Internetportal:

A web site that aims to be a "doorway" to the World-Wide Web, typically offering a search engine and/or links to useful pages, and possibly news or other services. These services are usually provided for free in the hope that users will make the site their default home page or at least visit it often.

Plus: Personalisierung, Kollaborative Tools…

Unternehmensportal:

Enterprise Information Portals are applications that enable companies to unlock internally and externally stored information, and provide users a single gateway to personalized information needs to make business decisions. (…) (They are) an amalgamation of software applications that consolidate, manage, analyze and distribute information across and outside of an enterprise (including Business Intelligence, Content Management, Data Warehouse & Mart and Data Management applications).

Wissenschaftsportal/Bibliotheksportal:

University portals integrate campus-specific information, which is stored in the campus electronic vaults (i.e., databases, file systems and existing application systems) with unstructured data (text) from on and off campus. Providing a single, personalized interface to all information resources in a secure, consistent and customizable manner is the objective of a University-wide Information Portal design...


Portalfunktionalitäten:


Portalfunktionalitäten
... werden erreicht durch:
Znteraler Einstieg
Einfaches Login
Simplizität
Standardsoftware
Leistungsfähige Suchwerkzeuge
Webkoataloge und Suchmaschinen
Aggregation großer Informationsmengen
Zukauf der Angebote von Contentprovidern
Strukturierung und Aufbereitung von Informationen
Erschließung ( Dublin Core, verbale und klassifikatorische Sacherschließung)
Integration von Zusatzfunktionalitäten
Software zur Informationsverarbeitung
Personalisierung
Check box, Collaborative Filtering, Cookies
Kommunikation und Kollaboration
Chatrooms, virtuelle Arbeitsräume, Diskussionslisten
Validierung
Informationsbewertung




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6.2. Bewertungskriterien für Informationsmittel



Stand: Januar 2005

 

Standards und Bewertungskriterien für allgemeine Informationsmittel

Informationsbasis: Umfang, Quantität, Art
- Wieviel? (Umfang der Daten)
- Was wird verzeichnet? (Welche Art von Informationen?)
          * thematisch begrenzt
          * räumlich begrenzt
          * zeitlich begrenzt
          * Kontakt - Referenzen (Bibliographische Nachweise)

Informationsgewinnung:  Quellen
- Wer erhebt? (Herausgeber, Bearbeiter, Verlag)
- Wann wurde erhoben? (Berichtsstand)
- Wie oft wird erhoben? (Aktualität = laufend - abgeschlossen)

Informationsaufbereitung:  Erschließung
- Wie wird verzeichnet?
          * nur kumuliert
          * bewertet (annotiert, rezensiert...)
- Formalerschließung
          * Einheitlich? Nach welchem Regelwerk?
- Sacherschließung
          * Thesaurus
          * Schlagwörter
          * Klassifikation
          * syntaktisches Erschließungssystem
          * automatische Indexierung (nur Stichwörter, wörterbuchgestützte Grundformreduktion...)
- Zugriffsmöglichkeiten in Datenbanken
          * Suchkriterien (Stichwort, Erscheinungsjahr...)
          * Suchtechniken (Indizes, Boolesche Operatoren, Trunkierung, Suchmasken...)
          * Suchmodi (Expertenmodus, Laienmodus)
- Zugriffsmöglichkeiten in Printmedien
          * Daten nur kumuliert
          * Register und Anlage
- anzeigend, annotierend, referierend, raisonnierend

Informationsqualität:  Bewertung
- Aktualität
- Seriosität
- Fehlerquote
- Stringenz und Qualität der Erschließung
- Benutzerfreundlichkeit
- Hilfestellungen (im Vorwort oder online)

Zugriffswege:  infrastrukturelle Voraussetzungen (Medienform)
- Host
- Internet
- CD-ROM/DVD
- Printform

Kosten-Nutzen-Relation:  Lokale Bewertung
- Verhältnis von Preis/Aufwand und Bedarfsgerechtigkeit

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6.3. Betreuung des Informationsmittelbestandes



Stand: Mai 2005

 

Unter Informationsmittelbestand wird verstanden
- ein Teil des Gesamtbestandes, der verfügt über
          * hohe Informationsdichte und
          * besondere Erschließung
- er trägt damit den Bedürfnissen des Informationsdienstes Rechnung 

Zugänglichkeit:
- der Informationsbestand steht nicht nur dem Informationsdienst sondern auch der selbständigen Arbeit der Benutzer
   zur Verfügung
- er wird zwar gesondert aufgestellt, bleibt aber frei zugänglich

Betreuung:
- die Qualität dieses Bestandes hängt ab von der laufenden, systematischen, kontinuierlichen und nicht zuletzt schnellen
   Betreuung und Pflege
- zur Betreuung des Informationsbestandes bedarf es
          * der Bestandsplanung
          * des Bestandsaufbaus
          * der Bestandserschließung

Bestandsplanung
- Aufbau und Pflege des Informationsmittelbestandes orientiert sich an einer Gesamtkonzeption des Informationsdienstes,
  die auf dem vorhandenen oder zu erwartenden Informationsbedarf beruht
- Grenzen für die Größe des Informationsmittelapparates zumindest der Printmedien werden gesetzt durch: 
          * den ermittelten Bedarf
          * räumliche Gegebenheiten

Bestandsaufbau und Bestandspflege
- Voraussetzung eines effizienten Informationsdienstes ist ein systematisch aufgebauter und kontinuierlich gepflegter
  Bestand an Informationsmitteln

Bestandserschließung
- systematische Aufstellung
          * nach regionalem oder Sprachkreisprinzip
          * nach formalen, typologischen Gesichtspunkten
          * bei fachlichen Informationsmitteln Zuordnungsproblem: Fach oder Form (Mediengattung)
- separate/zusätzliche Erschließung
          * über eigene Formal- und Sachkataloge oder innerhalb der lokalen Datenbank mindestens über eigene Suchfelder
             oder Indizes
- externe Informationsmittel (Internetangebote und lizensierte kostenpflichtige Datenbanken) werden erschlossen von
          * vielen Bibliotheken in Eigenregie (isoliert)
                    - Bookmark-Sammlungen
                    - Linklisten
          * Verbünden/Infrastruktureinrichtungen (z.B. bibliographischer Werkzeugkasten des HBZ) oder
          * kooperativ von mehreren Bibliotheken gemeinsam
                    - als Webkatalog
                       Zur Zeit in Deutschland konkrete Projekte:
                            * FINT (Fachhochschulbibliotheken NRW und Bayern)
                            * Deutsche Internetbibliothek (ÖBs, vormals: ILEKS-Internet Lektoratsservice; Bertelsmannstiftung und DBV)
                    - Anspruchsvoller in Form von                   
                            * Virtuelle Fachbibliotheken
                            * Subject Gateways
                            * Portalen

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7. Konzeption und Organisation des Informationsdienstes
7.1. Umfang des Informationsdienstes



Stand:  Januar 2004

 

In der amerikanischen Literatur werden unter qualitativen Gesichtspunkten verschiedene Stufen unterschieden, deren erste aufgrund des niedrigen Niveaus noch nicht als Konzeption eines Informationsdienstes bezeichnet wird:

(vgl. William A. Katz: Introduction to Reference Work. 3. Aufl. Bd. 2. New York 1978, S. 265f.)

1. der minimale oder konservative Service:
- dieser Service auf der untersten Stufe beschränkt sich auf Hinweise, wo sich einzelne Informationsmittel befinden
- weitere Unterstützung wird nur im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe angeboten

2. der gemäßigte oder mittlere Service:
- über den Minimalservice hinaus wird auf dieser Stufe wenigstens die Schulung der Benutzer aktiv und systematisch
  betrieben
- dazu gehören z.B. die Einführung in die Benutzungsmöglichkeiten der Bibliothek und der Auskunftsmittel und die
  Einführung in die Techniken der Informationssuche (Suchstrategien)
- mit Einschränkungen werden auch Fragen einzelner Benutzer direkt beantwortet

3. der liberale oder maximale Service:
- im Rahmen eines geplanten und organisierten Informationsdienstes macht die Bibliothek den Benutzern oder Kunden
  das Angebot, bei der Beschaffung oder Aufbereitung gesuchter Informationen in vielfacher Weise behilflich zu sein
- die angebotenen Dienstleistungen reichen von
          * der Beantwortung der verschiedensten Fragen (Bibliographische oder Sachfragen) über
          * die Beschaffung gesuchter Dokumente bis hin zur
          * synthetischen, synoptischen, qualifizierenden oder evaluierenden Aufbereitung von Zielinformationen
          = funktionale Informationsdienste

Gründe für das Fehlen eines maximalen Informationsdienstes
- werden auch in der amerikanischen Literatur weniger in ungünstigen Rahmenbedingungen gesehen als vielmehr darin,
  daß der Informationsdienst bibliothekspolitisch nicht hoch genug bewertet wird
- ausschlaggebend ist also eher, daß die Bibliotheksleitung den Informationsdienst nicht zu den Unternehmenszielen
  rechnet oder daß die unverzichtbare Dienstleistungsmentalität nicht oder nur kryptisch ausgebildet ist
- hinzu kommen begrenzte finanzielle, personelle, räumliche oder infrastrukturelle Kapazitäten
- Einschränkungen sollten auf einer klaren Konzeption beruhen, die nach außen vertreten werden kann (=Konzeption
  für das, was nicht getan wird)
- für die Benutzer muß nachvollziehbar werden, welche innerbetrieblichen Grenzen und Schwierigkeiten dem
  Informationsdienst der Bibliothek gesetzt sind
- wenn derart Transparenz geschaffen ist, wird auch das Verständnis der Benutzer wachsen
- vielleicht entsteht daraus auch Unterstützung für eine Verbesserung der materiellen Rahmenbedingungen der Bibliothek,
  für die Formulierung von anzustrebenden Teilzielen in der Weiterentwicklung des Informationsdienstes der Bibliothek
- dieses Werben für Verständnis und um Unterstützung kann durchaus als Teil einer Marketingstrategie, einer Kampagne
  der Öffentlichkeitsarbeit geplant und durchgeführt werden

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7.2. Grenzen des Informationsdienstes



Stand: März 2003
 

Grenzen des Informationsdienstes
Einschränkungen bestehen zunächst z.B. darin, daß aktive Informationsdienstleistungen per se nicht erbracht werden.
Innerhalb des passiven Informationsdienstes werden Restriktionen in der Praxis auf unterschiedliche Art festgelegt:

- Ausklammerung besonders aufwendiger Recherchen
          * übernommen werden nur Titelermittlungen und Kontaktfragen, da diese oft durch die Suche in wenigen Quellen zu
             beantworten sind
          * Literaturzusammenstellungen hingegen und Sachverhaltsfragen, in denen nach Hintergrundinformationen oder
             umstrittenen Phänomenen gefragt wird, werden nicht übernommen

- Ausklammerung bestimmter Frage- und Beantwortungsformen
          * manche Bibliotheken akzeptieren ausschließlich mündliche oder schriftliche Anfragen

- Ausklammerung von Fragen, die als minderwichtig oder unangebracht bewertet werden
          * es ist häufig üblich, Fragen nach dem Inhalt oder dem Zweck zu bewerten und die Beantwortung gegebenenfalls
             abzulehnen

- Ausklammerung von vermittelnden Auskünften und Fragen, die von anderen Stellen beantwortet werden können

- neben diesen Einschränkungen gibt es einige Restriktionen, die aus rechtlichen Gründen erfolgen müssen
          * so können Fragen nach Privatadressen natürlich nicht unter Umgehung des Datenschutzes beantwortet werden
          * auch bei juristischen und medizinischen Fragen darf nur eingeschränkt Hilfe gewährt werden (diese Fragen sollten
             keinesfalls inhaltlich beantwortet werden)
          * eine Rechtsberatung oder direkte medizinische Beratung darf in der Bibliothek natürlich nicht stattfinden, wohl aber
             die Vermittlung von einschlägigen Quellen deren Aus- und Bewertung dem Benutzer überlassen bleiben muß

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7.3. Organisationsmodelle und Organisationsformen des Informationsdienstes
7.3.1. Organisationsformen des Informationsdienstes abhängig von Größe und Aufgabenstellung der Bibliothek



Stand: März 2003

 

Organisationsformen des Informationsdienstes abhängig von Größe und Aufgabenstellung der Bibliothek

Kleine Bibliotheken der Grundversorgung
- integraler Bestandteil der gesamten Bibliotheksarbeit
- Informationsbestand besteht meist aus einem Handapparat für die Schnellauskunft

Bibliotheken in Mittel- und kleinen Großstädten
- Einrichtung eines besonderen Auskunftsplatzes mit zugehöriger Planstelle möglich

Großstadtbibliotheken und Wissenschaftliche Bibliotheken
- Informationsdienst sollte organisatorisch verselbständigt sein (zweite und dritte Stufe)
- es kann sich als sinnvoll erweisen, der eigentlichen Informationsabteilung eine Schnellauskunft vorzuschalten
          * in der Nähe des Eingangsbereiches plaziert
          * beantwortet Orientierungsfragen
          * erteilt Schnellauskünfte
          * gibt Anleitung und Hilfestellung zur Benutzung der Kataloge bzw. der Katalogdatenbanken

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7.3.2. Zentrale versus dezentrale Organisationsform



Stand: März 2003

 

Zentrale versus dezentrale Organisationsform
Umstritten und sicher nicht losgelöst vom Bibliothekstypus zu diskutieren ist die Frage, ob für eine Bibliothek, ein Bibliothekssystem eine zentrale Informationsabteilung oder eine zusätzliche Dezentralisierung der Fachinformation vorzuziehen ist.

Dezentrale Organisation:
- Aufspaltung in eine allgemeine Informationsabteilung, der
          * die allgemeinen Informationsmittel zugeordnet sind und
          * der Zugang zu externen Informationsmitteln (Internet), und
- in fachbezogene Informationsabteilungen,
          * die den jeweiligen oft räumlich getrennten Fachabteilungen angehören
          * ein Teil der Auskunftsarbeit verlagert sich in die einzelnen Fachabteilungen
          * hier befinden sich die fachspezifischen Informationsmittel und hier werden auch die Lektoren/Fachreferenten als
             fachlich geschultes Personal in den Informationsdienst einbezogen
- die allgemeine Informationsabteilung hat gegenüber den Fachabteilungen hinsichtlich des Informationsdienstes
  verbindende und koordinierende Funktion
- die Aufspaltung in einen allgemeinen und die fachspezifischen Informationsdienste finden sich
          * in Zentralbibliotheken großstädtischer Öffentlicher Bibliothekssysteme
          * vorwiegend in einschichtigen wissenschaftlichen Universalbibliotheken
- Probleme:
          * die richtige und erfolgreiche Weiterleitung von Benutzern und ihren Fragen an die zuständige Stelle (allgemein -
             fachbezogen; welches Fach...)
          * die Koordination des Bestandsaufbaus, etwa die Notwendigkeit, bestimmte Informationsmittel mehrfach vorzuhalten
          * die Konzeption des Informationsdienstes insgesamt ist bei dezentralen Organisationsformen komplizierter

Vorteile einer Zentralisierung der Informationsdienstleistungen:
- können sich aus den technischen Zugangsmöglichkeiten zu externen Datenbanken und Informationsmitteln ergeben
- oft steht z.B. nur an einer Stelle ein Internetanschluß zur Verfügung
- oder die Zugriffsmöglichkeiten auf Datenangebote von Hosts sind in einer Informationsvermittlungsstelle konzentriert
          * beide gehören dann sinnvollerweise zur zentralen Informationsabteilung
          * in diesem Fall wird es sinnvoll sein, allgemeine und auch fachbezogene Informationsmittel zentralisiert in der näheren
             Umgebung von Internetanschluß und IVS zu plazieren

Im Gegensatz zu den einschichtigen Wissenschaftlichen Bibliotheken verfügen zweischichtige Wissenschaftliche Universalbibliotheken hingegen oft nur über eine zentrale Information und Auskunft, die allerdings in den seltensten Fällen tatsächlich auch Informationsdienste in größerem Umfang anbieten.

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7.3.3. Bibliothekarische Call-Center



Stand: März 2003

 

Bibliothekarische Call-Center
Literatur:
Deider, Clemens: Ein bibliothekarisches Call-Center. In: Bibliotheksdienst. 32, 1998, 2, S. 287-291.
Dickhaus, Claudia. E-Mail und Call-Center. Neue Wege der bibliothekarischen Auskunft. Diplomarbeit. Köln 1999

Voraussetzung:
- Telefon, E-Mail: Zahl der externen Benutzungsfälle steigt nennenswert an oder ließe sich nennenswert steigern
  (Akzeptanz neuer Techniken, Kanäle, Methoden bei Anbietern und Kunden)
- Erwartung der Kunden an bibliothekarische Dienstleistungen steigt analog zur gesamtgesellschaftlichen Entwicklung
  ("Dienstleistungsgesellschaft")
- Call-Center wird als Instrument zur Ausweitung bibliothekarischer Dienstleistungen, zur Imageverbesserung
  bibliothekspolitisch gewollt
  = wäre parallele Entwicklung zur Erweiterung des Leihverkehrs und kostenpflichtige Dokumentlieferung

Definitionen Call-Center:
"Ein Call-Center besteht aus mehreren Telefonarbeitsplätzen und ist eine selbständige Organisationseinheit zur
  Optimierung und Erhöhung des Servicegrades. Das Call-Center ist der organisatorische Rahmen für alles, was mit
  der professionellen Betreuung, Beratung und dem Service von und für Kunden zusammenhängt." (Köpf, 1997)
"Marketinginstrument mit Hotlinecharakter" (Deider)
"hochgerüstete Telefonzentrale" (Deider)
"gesonderte Informationsabteilung für externe Benutzer" (Dickhaus)

Funktionen des Call-Centers:
- geben selbst gewünschte Auskünfte (unmittelbar oder nach kurzer Bearbeitungszeit)
- vermitteln an Experten in der Bibliothek (Fachreferent, bibliographische Auskunft, Sonderabteilung)
- vermitteln an externe Bibliothek, die als SSG-Bibliothek oder Fachbibliothek in Frage kommt
- vermitteln an einen Experten auf dem gefragten Gebiet

Kommunikationsmittel des Call-Centers:
- Telefon
- Voice-Mail
- E-Mail
- Telefax

Vorteile:
- ständige Erreichbarkeit (idealtypisch: 24-Stundenservice an 365 Tagen)
- Erweiterung der "Öffnungszeiten"
- kürzere Wartezeiten für den Anrufer
- Erhöhung der Nutzung der Bibliotheksressourcen
- Ersatz aufwendiger schriftlicher Vorgänge
- zufriedene Benutzer und damit Imagegewinn für die Bibliothek
- partielle Refinanzierung

methodische Besonderheiten:
Telefon:
- Auskunftsinterview möglich, Personal muss professionelle Fragetechniken beherrschen
- Rückfragen; allerdings unter Verzicht auf Mimik und Gestik
- bei komplizierten Rückfragen späterer Rückruf
- umfangreiche Zielinformationen per Fax oder E-Mail
E-Mail:
- schneller und informeller als konventioneller Brief
- gegenüber Telefon Vorteil der asynchronen Kommunikation
- darin als Nachteil: fehlende direkte Kommunikation
- Auskunftsinterview per E-Mail schwierig, zeitaufwendig, wenn nicht unmöglich
- sinnvolle Abhilfe: Formular auf Internetseite der Bibliothek, das eindeutige Fragestellungen erleichtern soll
- Beispiel "Internet Public Library" (University of Michigan): http://www.ipl.org/ref/QUE

Bestandteile von Call-Centern:
- in der Wirtschaft wird unterschieden in
          * Inbound-Service » passiver Informationsdienst (s.o.)
          * Outbound-Service » aktiver Informationsdienst (Benachrichtigung über bereitgestellte Literatur, Neuerwerbungslisten,
             Profildienste, Veranstaltungshinweise, Newsletter wie ULB Düsseldorf zu Öffnungszeiten, Pressemitteilung, neuen
             Angeboten...)

Technische Tools:
Computer-Telefon-Integration (CTI):
- nachdem sich der Kunde identifiziert hat, werden seine Daten am Bildschirm gezeigt
          * Daten zu vormals geführten Anfragen per Telefon, E-Mail, oder einem anderen Kommunikationsmedium
         * bei Weiterleitung (Vermittlung) können diese Daten mit verschickt werden
- CTI erstellt eine leistungsfähige Datenbank mit Protokollen, die im Call-Center erstellt werden
          * elektronisches Formular, in dem Name, Kommunikationsadressen, Anfrage, benötigte Auskunftsmittel, erteilte
             Antwort usw. angegeben werden (so in University Library of Illinois, Chicago)
Interactive Voice Response (Voice-Mail, IVR):
- Sprachdialog, in dem automatisiert per Tastendruck oder Spracheingabe Fragen beantwortet werden können, die
  in einem Menü gestellt werden
- einfache Anfragen nach Öffnungszeiten oder Benutzungsmodalitäten können so automatisiert beantwortet werden
Automated Call Distribution (ACD):
- wenn IVR den Bedarf des Kunden nicht erfüllt, wird aufgrund der Angaben der Anruf an den fachlich zuständigen
  Mitarbeiter des Call Centers weitergeleitet

Entwicklungsperspektiven des Typus Call-Center:
1. Etappe: Voice-Call-Center
  - besitzt Nähe zur Telefonzentrale
  - Hauptaufgabe (in der Wirtschaft): Beschwerdemanagment
2. Etappe: Multimedia-Communication Center/Multimedia-Contact Center
  - Einbeziehung weiterer Medien neben Telefon und Computer
  - Telefax, E-Mail, Chat, SMS, Video-Conferencing
  - Web-Self-Service-Integration (Call-Back-Button, Voice over IP, Co-Browsing)
  - damit als weitere Funktionen: Kampagnenmanagement, Bestellwesen, Customer Support
3. Etappe: Mobiltelefonkomponente mit noch nicht hinreichend explorierten Funktionen
  - Einbindung z.B. des Außendienstes
  - aus Call-Center wird Customer-Interaction-Center (CIC)
Absehbare Perspektive:
  - Konvergenz von Call-Center über Customer-Interaction-Center zu Web Contact Center
  - d.h. Erweiterung des Call-Centers um technische Möglichkeiten des Internet, der Vernetzung und Kommunikation über
    das Internet führt dazu, dass die Call-Center-Entwicklung in der des Digital Reference Service aufgeht

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7.3.4. Digital Reference Service / Informationsdienst via Internet



Stand: März 2003

 

Digital Reference Service/Informationsdienst via Internet

Digital Reference - Definition:
"A mechanism by which people can submit their questions and have them answered by a library staff member through some electronic means (e-mail,   chat, web forms) not in person or over the phone."

Digital Reference - Entwicklungsstufen:


Entwicklungsstufen
Synchronizität
Medialität
Interaktivität
1. E-Mail
asynchron unstrukturiert
textbasiert
kaum interaktiv
2. Einfaches Web-Formular
asynchron/wenig strukturiert
textbasiert
kaum interaktiv
3. Detailliertes Web-Formular
asynchron/stark strukturiert
textbasiert
kaum interaktiv
4. Chat Reference
synchron
textbasiert
begrenzt interaktiv
5. Web Contact Center
optional synchron oder asynchron
Multi-medial
umfassend interaktiv


Web Contact Center Software - Funktionalitäten:



 Communication
E-Mail
Web-Formular
Chat




Collaboration
Page-Pushing
Escorting
Co-Browsing
File Transfer
Canned Responses
FAQs
Knowledge Bases
Interview Transcript

Monitoring
Locate Customer
Identify IP-Address, Browser
Invite Customer to Initiate a Chat


Administration



Login Administration
Queue Management
Question Routing (automatically)
Question Tracking

Cooperative Answering

Transfer Queries(manually)
Networked Answering

Statistics

Capture of Reference Transcripts
Data Analysis(automatically)



Neue Handlungsmöglichkeiten des Auskunftsbibliothekars mit entsprechender Software (Web Contact Center Software):

- Nutzen von Chat-Services
          * Führen des Auskunftsinterviews über Chat
          * Hilfestellung zu akuten Fragen geben
          * Kommunizieren, während eine bestimmte Webseite zeitgleich von Bibliothekar und Nutzer besucht wird
- Demonstrieren von Webseiten
          * Kontrolle über den Browser des Benutzers übernehmen
- Anbieten nützlicher Links
- Nutzer bei umfangreicheren, schwierigeren Suchen führen und jederzeit Hilfestellung geben
          * Arbeitsplatzteilung
- kollaboratives Tool
- dem Nutzer ist es erlaubt, die Software auch für eigenständige Recherchen auf den Bibliothekswebseiten
  zu gebrauchen
- Übermittlung des Gesprächsprotokolls
- Benutzerprofil anlegen
- möglichst Wartezeiten von Benutzern im Chat vermeiden
          * Weiterleiten an einen Kollegen
          * Weiterleiten einer Frage an einen Fachexperten
          * vermittelnde Auskunft
- Links zu fachverwandten Webseiten
- Speichern der Anfragen in Archivdatenbank
- Statistik
          * Gesamtzahl der Auskunftsfälle
          * Durchschnittsdauer
          * fachliche Zugehörigkeit
          * Verteilung nach Tageszeiten

Weitere Angebote, die selbstverständlicher Bestandteil von DRS sein sollten:
- Frequently Asked Questions (FAQs) = eher formale Fragen zur Benutzung usw.
- Collection of previously asked questions = FARQs: eher inhaltliche Fragen

Auskunftsinterview im Digital Reference Service:
- alle nonverbalen Kommunikationsinhalte fehlen (optisch, akustisch, Stimmlage, Sprachniveau, Geruch (!), Gesamterscheinung,
  Ausstrahlung...)
- bietet geringere Schwelle für Kunden als Face-to-face-Interview (Schüchterne, Behinderte, Senioren, nicht
  Muttersprachler...)
- weniger Zeitdruck bei Bearbeitung als wenn Schlange wartender Benutzer beeinträchtigt (?)

Wichtig bei Digital Reference, insbesondere Chat:
- Benutzer muss Namen des Auskunftsbibliothekars erfahren und sollte möglichst von Anfang bis Ende von diesem
  bedient werden:
          * Bewusstsein vermitteln, dass eine Person und nicht ein automatisches Beantwortungssystem die Anfrage bearbeitet

Was eignet sich (nach bisherigem Erkenntnisstand) nicht für Digital Reference:
- Fragen, die intensive Kommunikation und Interaktion erfordern (ausführliches Interview...)
- Fragen, deren Beantwortung die umfassende Auswertung lokaler Quellen, insbesondere gedruckter Informationsmittel,
  erfordert (z.B. genealogische Fragen)
- Fragen, die von Kindern gestellt werden

Vorteile von Digital Reference:
- Personen, die zu schüchtern sind, um konventionelle Auskunft in Anspruch zu nehmen, trauen sich eher, Anfragen per
  E-Mail oder Web-Formular zu stellen
- bessere Zugänglichkeit für Senioren und Behinderte
- Aufbau einer Archivdatenbank mit früheren Auskunftsfragen und -antworten

Zukunft:
- Entwicklung von gestuften Auskunftsangeboten (Tiered Reference Services)
          * die oft vorkommenden Fragen vorhersehen (FAQs)
          * inhaltsreiche Webseiten in den Hauptfachgebieten anbieten (reference front ends); z.B. homework help center, search
             engine tutorial, business web site
          * lokale/globale Beantwortung
          * differenziert nach Niveau und Zweck

<Links auf Adressentitel legen:>

Bibliotheken, die Auskunft per Digital Reference anbieten, sind u.a. aufgelistet bei:

-    ELITE-Project. University of Leicester.
-    Francoeur, Stephen: Index of Chat Reference Services.
-    Francoeur, Stephen: Web Contact Centers.      
-    McKiernan, Gerry: LiveRef(sm): A Registry of Real-Time Digital Reference Services                                                                                          
-    Sloan, Bernie: Collaborative Live Reference Services.





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7.3.4.1. Auskunft per Chat / Digital Live Reference



Stand: März 2003

 

Lit.:
Müllenbruck, Stefan: "Sind Sie ein Mensch?" Auskunft per Chat an der UB Trier. In: BuB. 53, 2001, 4, S. 216-218.


Motiv: veränderte Ansprüche der Benutzer, geprägt vom Internet
Erwartung: Dienstleistungen der Bibliothek vom heimischen PC aus abrufbar (Stammnutzer)
Chance: neue Kunden gewinnen
Vorbild: University of Florida Libraries
Software: HumanClick; entwickelt für mittlere Unternehmen des E-Commerce

Funktionsweise:
- Benutzer erkennt an bestimmtem Button, dass ein Auskunftsbibliothekar online ist
- Dialog wird aktiviert durch Anklicken des Chat-Fensters
- Bibliothekar erhält optisches oder akustisches Signal
- ist kein Bibliothekar frei, kann die Frage als E-Mail abgeschickt werden
- Bibliothekar kann das Geschehen auf den eigenen Wegseiten live verfolgen und erfährt IP-Nummer und Verweildauer
  der jeweiligen Nutzer auf einzelnen Seiten
- es ist erkennbar ist
          * wer interner und externer Nutzer ist
          * wie viele Nutzer sich gerade auf welcher Seite befinden
- Cookies erlauben, Nutzer, die vom selben Rechner aus agieren, wiederzuerkennen und abgebrochene Aktionen wieder
  aufzunehmen
- Benutzer, die aus Sicht des Supervisors augenscheinlich Hilfe benötigen, können zum Chat aufgefordert werden
- HumanClick erlaubt ferner:
          * Profile von Auskunftsbibliothekaren zu verwalten
          * dem Benutzer Webseiten zu pushen (durch eine Suche zu führen, statt URLs zu vermitteln)
          * Zugriff auf Gesprächsprotokolle zur Verwertung für Statistik und Weiterbildung

Die Praxis in Trier:
- Publikumsverkehr hat Vorrang
- bei starkem Andrang kann der Status geändert werden ("Ein Mitarbeiter ist in 5 Minuten verfügbar", ansonsten:
  E-Mail-Option)
- Probleme:
          * Ungeduld der Online-Kunden
          * Akzeptanz der neuen Dienstleistung nur bei schnellen und zuverlässigen Auskünften
- erste Erfahrungen (noch nicht repräsentativ):
          * Anteil der kurz zu beantwortenden Fragen sehr hoch
                - 28% bis eine Minute
                - 49% bis 5 Minuten
                - 5% länger als 10 Minuten
          * Herkunft der Anfragen:
                - 40% Universität Trier
                - 60% Andere

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8. Kooperativer Informationsdienst und Informationsverbund
8.1. Die Praxis: Informelle Kooperation




Stand: März 2003

 

Informelle Kooperation
- gegenwärtig fehlen in Deutschland organisierte Formen der Kooperation im Informationsdienst fast völlig
- vereinzelt bestehen wenigstens innerhalb der Bibliothekssysteme organisierte Strukturen eines Informationsdienstes
- Anfragen, die in Zweigstellen auftauchen, werden bei Bedarf an die Zentralbibliothek weitergeleitet und dort bearbeitet
- die Rechercheergebnisse erhält der Benutzer in seiner Zweigstelle (Beispiel: Hamburger Öffentliche Bücherhallen)
- in manchen Regionen bestehen auf informelle Art, also abhängig von der individuellen Initiative einzelner Bibliotheken
  und Bibliothekare
          * überörtliche Kooperationsbeziehungen zwischen einzelnen Bibliotheken
          * oder lokale Zusammenarbeit mit anderen Bibliotheken und sonstigen Einrichtungen
- Erfahrungen mit überörtlicher Kooperation hat in den frühen achtziger Jahren etwa die Stadtbibliothek Duisburg gesammelt
          * so begründeten z.B. die Stadtbibliotheken Duisburg, Köln und Düsseldorf 1990 eine Online-AG, deren Zweck allerdings
             vorwiegend im Erfahrungsaustausch und gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit für aktive Informationsvermittlung in
             Öffentlichen Bibliotheken bestand

Kooperationsbeziehungen, die für den konkreten Bedarf auch im Rahmen der vermittelnden Auskunft aufgebaut werden, bestehen von bei manchen Bibliotheken auf lokaler Ebene z.B. zu
- Dokumentationsstellen
- anderen Bibliotheken
- Museen
- kirchlichen Einrichtungen
- Lokalzeitungen
- Verkehrsvereinen
- Archiven
- Verwaltungsbibliotheken einzelnen kommunaler Dienststellen
- Volkshochschulen usw

Guter Wille und großes Engagement haben in Einzelfällen recht gute informelle Informationsnetze entstehen lassen, die jedoch oft auch von persönlichen Beziehungen abhängen.
Diese Kooperationsformen sind daher relativ unbeständig und fragil, da bei Ausfall der beteiligten Einzelpersonen auch die Kooperationsbeziehungen gefährdet sind. Informelle Informationsnetze können daher keinesfalls auch nur annähernd als Ersatz für organisierte Informationsstrukturen angesehen werden, sondern müssen gegenwärtig nach dem Motto "Aus der Not eine Tugend machen" in Kauf genommen werden.

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8.2. Das Szenario: Der organisierte Informationsverbund



Stand: März 2003

 

Die gegenwärtige Informationspolitik
- Dreiteilung der Informationsversorgung:
          * Versorgung der Bürger durch Öffentliche Bibliotheken
          * Wissenschaft und Lehre durch Wissenschaftlichen Bibliotheken bedient
          * Wirtschaft durch kommerzielle Informationsanbieter (Hosts)
          = dieses Modell ist unwirtschaftlich und verzichtet auf synergetische Effekte, ein Informationsverbund würde die
              Qualität und Effektivität der Informationsversorgung erheblich steigern und Informationsanbietern wie -konsumenten
              deutliche Wettbewerbsvorteile verschaffen

Das Szenario: Der organisierte Informationsverbund
- nach dem Bibliotheksplan '73 ist die Informationsversorgung genauso wie die Literaturversorgung eine gemeinsame
  Aufgabe aller Bibliotheken
- auf der Grundlage dieser Einsicht hätte in den vergangenen 25 Jahren eigentlich ein Informationsversorgungssystem
  mit Strukturen geschaffen werden können, die sich im Leihverkehr seit Jahrzehnten bewährt haben
- eine Möglichkeit zur Gestaltung eines solchen nationalen Informationsverbundes wäre etwa gewesen, fachlich
  spezialisierte Informationsdienste dort zu etablieren, wo auch entsprechende DFG-Sondersammelgebiete gepflegt
  werden
- aber selbstverständlich sollten an einen Informationsverbund neben den Wissenschaftlichen Universalbibliotheken
  auch die Öffentlichen Bibliotheken, wichtige Spezialbibliotheken beteiligt sein
- auch die Fachinformationszentren, interessierte Dokumentationsstellen und sonstige Informationsanbieter müßten
  einbezogen werden
- es entstünde ein einheitliches flächendeckendes Netz bibliothekarischer und dokumentarischer
  Informationsagenturen oder Informationsvermittlungsstellen, in dem größte thematische Breite und Spezialisierung
  gewährleistet wäre
- alle im Informationsverbund zusammengeschlossenen Einrichtungen sollten zu einer Grundversorgung des
  Informationsbedarfs in der Lage sein und sich darüber hinaus nach lokalem und regionalem Bedarf spezialisieren, z.B.
          * für die in der Region stark vertretenen kleinen und mittleren Unternehmen einer Branche besonders interessante
             Daten anbieten oder bereit halten
          * auf die wirtschaftsstatistischen Datenbanken der Kommune oder der Region zugreifen können
- Rechercheanfragen, die über den Grundbedarf hinausgehen, sollten also weitergeleitet werden
- nach einem arbeitsteiligen System müssen Schwerpunkt-Informationsvermittlungsstellen herausgebildet werden, die
  sich auf einzelne Wissensgebiete, Datenbanken, Hosts oder auf Segmente des Internets spezialisieren
- Anstrengungen zur Realisierung des letzten Bereiches werden beim Deutschen Bibliotheksinstitut unternommen
- bereits im Projektstadium befindet sich die Entwicklung eines Clearinghouses, an dem kooperativ bibliothekarisch
  relevante Internetquellen nachgewiesen und erschlossen werden (Bericht darüber auf 2. INETBIB-Tagung in Potsdam
  1997)
  Vgl.: Rüdiger, Brigitte, Martin Baumgärtel: Kooperative Erschließung von bibliothekarischen Internetquellen - ein
  Projekt des DBI. In: 2. INETBIB-Tagung. Dortmund, Potsdam 1997, S. 29-38.
- nach einem internen Verrechnungssystem würden entgegennehmende und ausführende Informationsvermittlungsstelle für
  ihre Serviceleistungen anteilig und leistungsbezogen bezahlt werden
- die bestehenden Bibliotheksverbünde könnten als regionale Zentralen koordinierende Funktionen übernehmen und
  steuernde Aufgaben bei der Weiterleitung von Rechercheaufträgen sowie der Lieferung elektronischer Informationen
  erfüllen
- durch einen solchen Informationsverbund erst würde die angemessene Infrastruktur zur überregionalen und nationalen
  Informationsversorgung geschaffen
- dadurch erst würde das Leistungspotential von Bibliotheken und anderen Informationseinrichtungen voll
  ausgeschöpft:
          * der Know-how-Transfer zwischen Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft könnte seitens der Bibliotheken authentisch
             und qualifiziert vermittelt werden
          * Bibliotheken gewönnen damit eine Schlüsselfunktion in der modernen Informationsgesellschaft
          * kommunale Unterhaltsträger könnten die Einrichtung einer Informationsvermittlungsstelle in ihrer
             Stadtbibliothek als Maßnahme der regionalen Wirtschaftsförderung begreifen
          * daß Bibliotheken über Kulturförderung hinaus weitere wichtige Aufgaben erfüllen, würde dadurch nachhaltig
             unterstrichen
 
  

Informationsverbund - Typologie



Typus
Beschreibung
Erläuterungen



Vorstufen
Kooperative Erschließung des Internet
gemeinsame Erarbeitung selbsterstellter Informationsmittel
Vgl. dazu z.B. CORC, DutCHESS...
Mailinglisten für Auskunftsbibliothekare
Weiterleitung nicht lokal beantwortbarer Benutzerfragen, zur gemeinsamen Bearbeitung
z.B. Stumper’s L; RABE









Informationsverbünde/
Varianten
Informationsverbund nach Bibliothekstypen/Branchen
ÖBs (Regional, überregional)
z.B. Deutsche Internetbibliothek
WBs (Regional, überregional)
z.B. Ready for Reference (Illinois)
Branchenübergreifend (Archive, Bibliotheken, Dokumentationseinrichtungen, Museen...)

Fachlicher Informationsverbund Spezialbibliotheken, Spezialarchive
denkbar z.B. Kunstbibliotheken
Territorialer Informationsverbund
Lokal
24/7 Reference Project (Los Angeles)
Regional
Ready for Reference (Illinois)
National
BiblioteksVagten (Dänemark)
International
z.B. QuestionPoint



Ansätze zum Informationsverbund in USA und Goßbritannien:

USA: Virtual reference Desk
    US-Department of Education betreibt Projekt zur Einrichtung eines "national cooperative digital reference service"
    URL: http://www.vrd.org/
    zielt auf Schüler, Studenten und Lehrkräfte

UK: Ask a Librarian
    URL: http://www.ask-a-librarian.org.uk/
    Projekt von EARL "Electronic Access to Resources of Libraries"
    Ziel "Electronic Reference Library" für alle britischen Staatsangehörigen
    angeschlossen bisher einige Dutzend britische öffentliche Bibliotheken
    Motto: "Why ask a librarian? Because librarians have answers!"

Deutschland:
- nach diesem Vorbild Vorschlag in Deutschland zu dem Bürgerinformationsservice "Frag' Info-Profis"
    Initiatoren: Horst Neißer, Präsident der DGI, Leiter StB Köln
    kostenloser Auskunftsdienst im Internet
    Netz von Informationsfachleuten, das die Informationsprobleme professionell lösen soll
    "Bibliotheken sollen zu Anlaufstellen werden, an die Bürger persönlich, per Telefon, Fax oder E-Mail ihre Fragen
    stellen zu können."
    Lit.: Fit fürs Informationszeitalter. In: Bibliotheksdienst. 34, 2000, 11, S. 1787-1788.
-
Deutsche Internetbibliothek
   Projekt des DBV und der Bertelsmannstiftung für Öffentliche Bibliotheken
   Projektziele: Kooperative Erschließungn relevanter Internetquellen
                         Kooperativer E-Mail-Informationsverbund
   Projektbeginn: Anfang 2002

USA: Mailingliste für Auskunftszwecke "Stumper's-L"
    URL: http://domin.dom.edu/depts/gslis/stumpers//
    stump=überfragt
    Vernetzung von Informationsspezialisten
    gegründet 1992
    ca. 1.000 Teilnehmer, u.a. ZLB Berlin
    kollektiver Brain-Pool zur Beantwortung lokal nicht lösbarer Anfragen
    archiviert Anfragen und bildet so Pool, auf den zurückgegriffen werden kann

BRD: Auskunftsmailingliste RABE
    URL: http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/fortbildung/rabe/set_rabe.html
    Pendant zu Stumpers-L
    Ziel: Recherche und Auskunft in bibliothekarischen Einrichtungen
    gegründet Juli 1998
    Initiative: ZLB Berlin, StLB Dortmund, UB Dortmund, StB Wuppertal, StB Altena, UB Oldenburg, StB Köln
    betreut vom HBZ
    Lit.: Rainer Hoffmann: Mailinglisten für den bibliothekarischen Informationsdienst am Beispiel von RABE. Köln: FH Köln, FB BuI, 2000. (Kölner    
    Arbeitspapiere zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft; 22)


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8.3. Collaborative Digital Reference Service




Stand: März 2003
 

Es existieren bereits mehr als ein vierzig Informationsverbünde in den USA, meist auf der Ebene von Bundesstaaten organisiert.

Beispiele sind:
- 24/7 Reference Project at the Metropolitan Cooperative Library System (Los Angeles)
- seit Januar 2005 übernommen von OCLC -
- wird integriert in das Projekt "Question Point"
          * URL: http://www.mcls.org/nonmembers/refcntr/index.php

- Bay Area Libraries Project (San Francisco)
          * URL: http://www.pls.lib.ca.us/pls/vrd/

Als Beispiel für die Entwicklung in den USA ist hier genauer ausgeführt:
QuestionPoint (hieß bis Juni 2002: Collaborative Digital Reference Service, CDRS):
- URL: http://www.loc.gov/rr/digiref/
- bietet Recherchierenden einen professionellen Auskunftsdienst
          * zu jeder Zeit
          * an jedem Ort
- mit Hilfe eines internationalen, digitalen Netzwerkes von Bibliotheken und verwandten Institutionen
- Anfragen werden nicht an Bibliothek gerichtet, sondern an zentrale Stelle, die programmgesteuert an geeignete
  Bibliothek weiterleitet
- manche Teilnehmerbibliotheken bieten nur per Link QuestionPoint an, andere beantworten die Fragen
- beteiligte Bibliothekstypen:
          * ÖBs, WBs, Spezialbibliotheken, Nationalbibliotheken
- 3-teilige Architektur:
          * Set-up, Übermittlung von Fragen und Antworten
          * Follow-up
          * Archivierung der Antworten für zukünftigen Gebrauch

Quellen:
- Internet Resourcen
- Resourcen, die nicht online sind, sondern in Bibliotheken vorhanden sind ("Hybrid")
- QuestionPoint unterstützt Bibliotheken indem es ihnen zusätzliche Möglichkeiten für Kundendienste anbietet
- Bibliotheken können Fragen ihrer Nutzer, deren Beantwortung Experten erfordern oder QuestionPoint-Mitgliedsinstitutionen weltweit
  betreffen, an den QuestionPoint weiterleiten
= lokal, regional, national, und global: die bibliothekarische Tradition des "Value-added Service" wird durch den QuestionPoint weitergeführt

QuestionPoint Ressourcen:
- Profildatenbank:
          * Datenbank mit Profilen von beteiligten Bibliothekaren und Bibliotheken, damit Fragen zielgenau adressiert
             werden können
          * Bibliotheksprofile nach LoC-Systematik beschrieben
- Archivdatenbank ("Knowledge Base")
          * Fragen, die für Wert erachtet werden, werden in einer Archivdatenbank gespeichert: auch als Quelle für alle
             Teilnehmer
          * bei neu angekommenden Fragen kann automatisch überprüft werden, ob vergleichbare Fragen und Antworten bereits
             in der Archivdatenbank gespeichert sind; falls ja, wird die Antwort automatisch weitergeleitet
  * QuestionPoint-Mitarbeiter können die Datenbank bei Bedarf konsultieren

Projektgeschichte:

1998:   Erste Planungen und Diskussionsveranstaltungen auf Initiative der Library of Congress
  und der American Library Association
Sommer 2000:   Erste Anwendungen der CDRS-Software gehen in Pilot- und Testanwendungen
Januar 2001:   Konferenz zum CDRS an der LoC "Building a Virtual Reference Desk in a 24/7 World"
    - aus BRD will ZLB Berlin teilnehmen
    - mittlerweile ist OCLC Projektpartner geworden
März 2002:
Umbenennung in "QuestionPoint"



Qualitätskriterien für Digital Reference:

Im Projekt Virtual Reference Desk Network (URL: http://vrd.org/) wurden Qualitätskriterien für "Digital Reference"
erarbeitet (Oktober 2000, Vorläufer gehen bis 1997 zurück):
- VRD: kommerzieller Online Reference Service, der an Bibliotheken verkauft wird (Leiter: Steve Coffman)
- zwei Kategorien:
      * Nutzerkontakt
            - dieser Bereich ist generell für den Benutzer ersichtlich
      * Serviceentwicklung / -management
            - Qualität und Nutzerzufriedenheit steht im Vordergrund
- drei Leistungsniveaus: Grundniveau, mittleres, optimales Niveau

Nutzerkontakt ("user transaction")
1. Zugänglichkeit ("Accessibility"):
- Erreichbarkeit für jeden Internetnutzer, unabhängig von
          * Hard- und Software (Standards):
                - Zugang über E-Mail oder Web-basierte Frageformulare
                - einfache Auffindbarkeit des Formulars über die Webseite
          * Körperbehinderungen: behindertengerechte Angebote
          * Sprachbarrieren: Bearbeitung auch nicht-englischsprachiger Anfragen

2. Schnelligkeit ("prompt turnaround"):
- Beantwortung so umgehend wie möglich
- mittleres Niveau: 10-50% in zwei bis fünf Arbeitstagen
- alle Anfragen innerhalb 2-5 Tagen bestätigen, Benutzer benachrichtigen, wenn Beantwortung nicht möglich
- Optimalniveau: Beantwortung von 100% der Anfragen innerhalb von 1-2 Tagen

3. klare Beantwortungsrichtlinien ("clear response policy"):
- klare Aussagen über Umfang und Grenzen, um Missverständnisse und Verwirrung der Benutzer zu vermeiden
- fachlicher Bezug
- Qualität und Umfang der Antworten
- Dauer der Bearbeitung

4. Interaktivität:
- effektives Auskunftsinterview soll möglich sein
- unpräzise Fragen müssen im Dialog geklärt werden können
- Grunddaten wie Alter, Ausbildungsstand, Fachgebiet der Frage in Web-Formular abfragen oder durch darauffolgende
  E-Mail-Kommunikation
- ideal: Real time Auskunftsinterviews
- Möglichkeit der Nachfrage anbieten, wenn Antwort unbefriedigend
- Aufbau einer Archivdatenbank, um bereits beantwortete Fragen identifizieren und weiterleiten zu können

5. Nützlichkeit:
- Zugang zu aktuellen Informationen und fachlich qualifizierten Informationen
- mehr als reine Kontaktinformationen
- bietet auch umfassenderes Fachwissen (Sachverhaltsinformationen) und vermittelt Informationskompetenz
- bei den Antworten werden Suchwege, Ressourcen und Suchbegriffe mitgeteilt, um den Kunden Lernprozesse
  zu ermöglichen (Beschreibung der Problemlösungsprozesse)

Serviceentwicklung und -management
6. Authorität:
- Sach- und Fachkompetenz der Mitarbeiter
          * sollte den Kunden mitgeteilt werden (Zertifikate, Qualifikationen...)

7. ausgebildete Experten:
- Weiterbildung der Experten
- klare und einfache Sprache benutzen
- Beantwortungsrichtlinien und -prozesse befolgen
- schriftliche Guidelines für die Beantwortung
- Experten haben die Möglichkeit, die Beantwortung von Fragen zu üben; Kontrolle entweder durch Feedback oder anhand von
  Monitoring durch geübtere Mitarbeiter

8. Schutz der Privatssphäre:
- Datenschutz muss gesichert sein
- kein Zugang Dritter zu E-Mail-Adressen, Kundennamen, ohne deren ausdrückliche Zustimmung
- Anonymisierung von Anfragen vor Archivierung

9. Überprüfung / Evaluierung:
- regelmäßige Evaluierung der Abläufe und Dienstleistungen
- Zufriedenheit der Kunden wie der Mitarbeiter evaluieren
- Antworten regelmäßig, systematisch überprüfen
- Kooperation mit anderen Ask-A-Services zwecks Peer-Review

10. Zugang zu verwandten Informationen ermöglichen
- neben direkter Beantwortung auch Vermittlung zu anderen relevanten Quellen und Informationen
- Zugang zur Archivdatenbank auch für Kunden
- Angebot einer Linksammlung

11. Öffentlichkeitsarbeit ("Publicize")

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9. Perspektiven
9.1. Bibliothekarische Interneterschließungsprojekte



Stand: März 2003

 

Bibliothekarische Interneterschließungsprojekte (Einzelbeispiele)
Varianten:
- lokal erstellte Linkliste/Webkatalog; fächerübergreifend
          * zugeschnitten für den lokalen Bedarf (fast alle größere Bibliotheken)
          * zugeschnitten auf allgemeinen Bedarf (Düsseldorfer Virtuelle Bibliothek; CoOL/Braunschweig)
- kooperative und fächerübergreifende Erschließung, meist aufgeteilt nach Fächern
          * IBIS, DutchESS, CORC, ILEKS, FINT
- fachspezifische Erschließung durch eine oder mehrere Spezialbibliotheken oder SSG-Bibliotheken
          * virtuelle Fachbibliotheken (SSG-FI in Göttingen usw.), Subject Gateways (SOSIG, EEVL)
- Fachportale; Wissenschaftsportale
          * fachspezifische Erschließung, Erschließung wissenschaftlicher Internetquellen, ebenso zugehöriger Printmedien
            (Hybrid Bibliothek), Angebot weiterer Dienstleistungen (Expertendatenbank, Preprintdatenbank,
            Adressdatenbanken, Veranstaltungsdatenbank, Personalisierungsoptionen)

DutchESS
- Dutch Electronic Subject Service
- URL: http://www.kb.nl/dutchess/
- wählt Internetquellen für wissenschaftliche Zielgruppe aus
- annotiert diese Quellen durch Fachspezialisten der teilnehmenden Bibliotheken

Deutscher Internetbibliothek (darin aufgegangen Vorläuferprojekt ILEKS ):
- URL: http://www.bertelsmann-stiftung.de/internetbibliothek
- Technische Plattform: SISIS
- Projektträger: Bertelsmannstiftung und DBV
- Projektlaufzeit: 1.1.2002-31.12.2004; anschließend alleinige Trägerschaft des DBV
- Projektziele:     Aufbau, Pflege und Überarbeitung eines Webkataloges
                          Errichtung eines kooperativen E-Mail-Auskunftsdienstes
- Projektstandards: für alle Arbeitsschritte (Linkrecherche, Annotation der Links, E-Mail-Auskunft) werden Qualitätskriterein definiert
- Teilnehmer:  ca. 70  Öffentliche Biblotheken (aus allen Bundesländern, außer Hamburg)
- Server der DIB wird vom HBZ betreut
- Webkatalog:
            * soll 4-8.000 qualitätsgeprüfte Links umfassen
            * nach 20 Themengebieten strukturiert (z.B. "Wissenschaft und Technik" oder "Wirtschaft, Geld und Kapital")
            * jedes Themengebiet hat ein Kompetenzzentrum, das die Betreuung und den Kontakt zur Steuerungsgruppe innehat
            * DIB-Links können in die lokalen Bibliotheks-OPACs eingebunden werden
            * DIB-Links werden in die DigiBib des HBZ eingebunden
- E-Mail-Auskunftsdienst:
            * soll Mehrwert erbringen, den kein kommerzieller Anbieter erbringen kann
            * Fragen werden von DIB-Lektoren beantwortet
            * ausgenommen sind: wissenschaftliche, juristische und medizinische Fachfragen


CORC
- Cooperative Online Resource Catalog
- URL: http://purl.oclc.org/corc/
- "CORC is a web-based, metadata creation system optimized for creating bibliographic records and pathfinders
  (subject bibliographies) for electronic resources, both local and web-based. Librarians use CORC to select, describe,
  and maintain electronic resources available on the Web."
- basiert auf OCLC-eigener Software mit folgenden Funktionen:
          * Erzeugung des Datensatzes:
                - durch Eingabe einer URL wird ein Datensatz erzeugt, der bereits Basisinformationen über die Quelle in MARC
                  oder Dublin Core automatisch generiert
          * Kontrolle des Vokabulars:
                - Anbindung an die Normdateien der LoC
          * Überwachung der URLs:
                - automatische Linkchecker
          * Schlagwortvergabe:
                - generiert automatisch relevante Dewey-Systemstellen und weist mögliche Schlagwörter der LoC Subject
                   headings zu
          * Erstellung sogenannter "pathfinder":
                - wichtige Quellen/Datensätze können nach lokalem Bedarf in "Führern", Zusammenfassungen, eben "pathfinders"
                   zusammengestellt werden
                - Datensätze können in lokale Datenbanken integriert werden

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9.2. Kooperative Projekte

VASCODA / Informationsverbünde



Stand:  Januar 2005

 

VASCODA:      http://www.vascoda.de/

Alle virtuellen Fachbibliotheken, vier Informationsverbünde und die EZB werden in VASCODA zusammengeführt, dem interdisziplinären Internetportal für wissenschaftliche Information in Deutschland.

Start: Sommer 2003

Löst den Zusammenschluss der Virtuellen Fachbibliotheken  ab 

 

Vascoda

Virtuelle Fachbibliotheken

 

Zur Zeit über 20 (siehe oben) Projekte an denen z.T. jeweils mehrere Institutionen beteiligt sind

 

 

Informationsverbünde

Informationsverbund Naturwissenschaften und Technik: „GetInfo";

Informationsverbund Medizin;

Informationsverbund Wirtschaft: „EconDoc";

Informationsverbund Bildung, Sozialwissenschaft und Psychologie: „Infoconnex“

EZB

Elektronische Zeitschriftenbibliothek mit über 250 kooperierenden Bibliotheken



_______________________________

 
Informationsverbünde

 

Informationsverbünde

Beteiligte Institutionen

Informationsverbund Naturwissenschaften und Technik: „GetInfo"

http://www.getinfo-doc.de/

Fachinformationszentrum Karlsruhe Gesellschaft für Wissenschaftlich Technische Information mbH (FIZ Karlsruhe)

UB/TIB, Hannover

Informationsverbund Medizin

Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI, Köln)

Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZBMed, Köln)

Informationsverbund Wirtschaft: „EconDoc"

http://www.econdoc.de/

Gesellschaft für Betriebswirtschaftl. Information mbH (GBI, München)

Hamburgisches Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA, Hamburg)

Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW, Kiel)

UuStB Köln

Informationsverbund Bildung, Sozialwissenschaft und Psychologie: „Infoconnex"

http://www.infoconnex.de/

Dt. Institut für Int. Pädagogische Forschung (DIPF, Ffm)

GESIS/Informationszentrum Sozialwiss. (GESIS/IZ, Bonn)

Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID, Trier)

UB Erlangen-Nürnberg

UuStBKöln

SULB Saarbrücken






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10. Ausgewählte Literaturhinweise zum Thema Informationsdienst



Stand: Januar 2005

 

0.   Bibliographien
1.   Lehrbücher
2.   Zeitschriften
3.   Entwicklung und Stand, Grundlagen und Organisation des Informationsdienstes
4.   Auskunftsprozess, Benutzerschulung, Vermittlung von Informationskompetenz
5.   Informationsmittel, Informationsbestand
6.   Informationsdienstleistungen
7.   Digitale Auskunft
8.   Auskunftsverbund
9.   Informationsdienst in der Praxis
10. Diskussionslisten
 
 

0. Bibliographien

- Sloan, Bernie: Digital Reference Services: A Bibliography.
http://alexia.lis.uiuc.edu/~b-sloan/digiref.html

- Wasik, Joann M.: Digital Reference Resources.
http://www.vrd.org/pubinfo/proceedings99_bib.shtml
 
 

1. Lehrbücher

-         Katz, William A.: Introduction to Reference Work. 8th Ed. New York 2002.
Vol. 1: Basic Information Services
Vol. 2: Reference Services and the Reference Processes

-         Lewe, Brunhilde: Informationsdienst in Öffentlichen Bibliotheken. Grundlagen für Planung und Praxis. Köln 1999.

-         Reference and Information Services. An Introduction. Ed.: Richard E. Bopp, Linda C. Smith. 3nd. Ed. Englewood 2001.

-         Thomson, Elizabeth: Rethinking reference. The reference librarian’s practical guide for surviving constant change. New York 1999.


2. Zeitschriften

         Internet Reference Services Quarterly. A journal of innovative information practice, technologies and resources. Binghamton, NY 1.1996- www.irsq.com

         Reference and User Services Quarterly. Official Publication of the Reference and User Services Association. (RUSQ). Chicago: ALA 1.1997 ff.

         The Reference Librarian. (RL) 1/2. 1981 ff.

         Reference Services Review. Ann Arbor, Mich. 1.1973-


3. Entwicklung und Stand, Grundlagenund Organisation des Informationsdienstes

-         Askey, Dale. „Fühle mich oft als Bittsteller...“. Anmerkungen zur Dienstleistungsmentalität in deutschen und amerikanischen Bibliotheken. In. Buch und Bibliothek. 55, 2003, 9, S. 576-581.

-         Auskunftsdienst an Öffentlichen Bibliotheken. Texte zu Theorie und Praxis. Hrsg. Von Edwin Klingner. Bad Honnef 1985.

-         Fielitz, Jutta: Zur Geschichte des Auskunftsdienstes an Wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland. Köln 1982. <Hausarbeit HB>

-         Informationsdienst an Öffentlichen Bibliotheken der Bundesrepublik Deutschland. Berlin 1986. (Dbi-Materialien 56). <Teil 1: Empfehlungen zu Organisation und Ausstattung. S. 6-41>

-         Lapp , Erdmute: Informationsdienstleistungen und Benutzerschulungen in der elektronischen Bibliothek. In: ABI-Technik. 14, 1994, 4, S. 317-324.

-         Neißer, Horst F.: Öffentliche Bibliotheken als Informations- und Medienzentrum. In: Neue Techniken im Informationswesen - Neue Trends in der Ausbildung. Köln 1992, S. 136-145.

-         Pörzgen, Rainer, Martin Schreiber: Die Informationsvermittlungsstelle. Planung, Einrichtung, Betrieb. München 1993. (Bibliothekspraxis 33)

-         Rösch, Hermann: Informationsdienst in Bibliotheken - das hat uns gerade noch gefehlt. Gedanken zur Aktualität eines alten Hutes. In: Buch und Bibliothek. 50. 1998, 4, S. 220-226.

-         Ruppert, Eberhard: Grundlagen des Auskunftsdienstes in Stadtbibliotheken. In: Die Bücherei. 29, 1985, 2, S. 161-178.

-         Tönnessen, Doris: Informationsdienst an deutschen Bibliotheken. Entwicklungsstand und aktuelle Fragen. Köln 1993. <Diplomarbeit ÖB>

-         Tyckoson, David A.: What is the best model of reference service? In: Library Trends. 50, 2001, 2, S. 183-196

-         Zum Auskunftsdienst an wissenschaftlichen Bibliotheken. Eine Fortbildungsveranstaltung des Landes Baden-Württemberg. Referate, Berichte, Anregungen. Stuttgart 1978.



4. Auskunftsprozeß, Benutzerschulung, Vermittlung von Informationskompetenz

-         Eberhardt, Joachim: Eine handlungsorientierte Einführung. Das Online-Tutorial der UB Tübingen,. In: Bibliotheksdienst. 37, 2003, 10, S. 1259-1274.

-         Franke, Fabian, Oliver Sticht: Integration von Kursen der Universitätsbibliothek in die Studiengänge der Universität Würzburg. In: Bibliotheksdienst. 38, 2004, 4, S. 504-516.

-         Grogan, Denis: Practical Reference Work. 2nd Ed. London 1992.

-         Hänger, Christian: Vermittlung von Informationskompetenz durch Computer-Based Training. Das Tutorial der Universitätsbibliothek Lüneburg. In: Bibliotheksdienst. 37, 2003, 7, S. 939-947

-         Hapke, Thomas: Vermittlung von Informationskompetenz. In: Bibliotheksdienst. 34, 2000, 5, S. 819-834

-         Hoepfner, Iris: Zielorientiert ans Werk. Das neue Schulungsangebot der Universitätsbibliothek Dortmund. In: Bibliotheksdienst. 37, 2003, 4, S. 429-436.

-         Homann, Benno: Derzeit noch beträchtliche Defizite. Informationskompetenz: Grundlage für ein effizientes Studium und lebenslanges Lernen. In: Buch und Bibliothek. 53, 2001, 9, S. 553-559.

-         Homann, Benno: Standards der Informationskompetenz. Eine Übersetzung der amerikanischen Standards der ACRL als argumentative Hilfe zur Realisierung der „Teaching Library“. In: Bibliotheksdienst. 36, 2002, 5, S. 625-637.

-         Ihls, Gertrud: Den eigenen Spielraum nutzen. Körpersignale und Ausstrahlung im Benutzergespräch. In: BuB. 55, 2003, 5, S. 310-313,

-         Jochum, Uwe: Informationskompetenz, Bibliothekspädagogik und Fachreferate. In: Bibliotheksdienst. 37, 2003, 11, S. 1450-1462.

-         Lankenau, Irmgard: Vermittlung von Informationskompetenz an Universitäten. Chance und Herausforderung. In: Information. Wissenschaft und Praxis. 53, 2002, 7, S. 428-433.

-         Lazarus, Jens: Orientation and Instruction. Zur Vermittlung von Informationskompetenz an der University of Texas. In: Bibliotheksdienst. 37, 2003, 7, S. 863-868.

-         Medienkompetenz. Wie lehrt und lernt man Medienkompetenz? = Information literacy. Hrsg. von Elisabeth Simon. Berlin 2003. 98 S.

-         Oberdieck, Klaus D., Dietmar Brandes: Viele Wege führen nach Rom. Die Universitätsbibliotheken und die Vermittlung von Informationskompetenz. In: Bibliothek. Forschung und Praxis. 28, 2004, 1, S. 103-108.

-         Ross, Catherine, Kirsti Nielsen: Conducting the Reference Interview. A how-to-do-manual for Librarians. London 2002

-         Rossoll, Erika: Auskunfts- und Beratungstätigkeit im Benutzungsdienst Öffentlicher Bibliotheken. Berlin 1993.

-         Schultka, Holger: Bibliothekspädagogik – Schwerpunkt Informationskompetenz. Hilfsmittel zur Kursvorbereitung und beim Unterricht/Lehren. In: Bibliotheksdienst. 38,2004, 9, S.1107-1119, 10, S. 1301-1315.

-         Schultka, Holger: Bibliothekspädagogik versus Benutzerschulung. In: Bibliotheksdienst. 36, 2002, 11, S. 1487-1505.

-         Sträter, Hans: Beratungsinterviews. Praxis der Auskunft und Beratung in Bibliotheken und Informationsstellen. Bad Honnef 1991.

-         Sühl-Stromenger, Wilfried, Michael Becht, Franz-J. Leithold, Ralf Ohlhoff, Christine Schneider: „Informations- und Medienkompetenz” in den neuen Bachelor-Studiengängen an der Universität Freiburg. In: Bibliotheksdienst. 36, 2002, 2, S. 150-159.

-         Sühl-Stromenger, Wilfried: Lehren und Lernen in der Bibliothek. Das Kompetenz- und Lernzentrum der Universitätsbibliothek Freiburg. In: Positionen im Wandel. Hrsg. Albert Raffelt. Freiburg 2002, S. 217-245.



5. Informationsmittel, Informationsbestand

-         American Reference Books Annual. 1.1969- (33.2002) (Mit signierten Kurzrezensionen)

-         Balay, Robert: Guide to Reference Books. 11. Aufl. Chicago 1996

-         Heinrich, Gisela, Brunhilde Lewe: Materialien zum Aufbau von Informationsbeständen in Öffentlichen Bibliotheken. 2. erw. Aufl. Köln 1986. (Kölner Arbeiten zum Bibliotheks- und Dokumentationswesen 2)

-         Informationsmittel. Digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft (IFB) /Hrsg. Von Klaus Schreiber. - Jg. 1 (1993)- . http://www.bsz-bw.de/ifb/  

-         Laux, Wolfrudolf: Bibliographische (Literatur-) Informationssysteme. In: Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation. 4. Aufl. 1997, S. 453-459.

-         Evit@. Evaluation elektronischer Informationsmittel. Projektergebnisse. In: Bibliothek. Forschung und Praxis. 24, 2000, 1, S. 63-86.

-         Mie, Friedrich: Kontaktinformationssysteme. In: Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation. Bd. 1. 3. Aufl. 1990, S. 547-558

-         Ockenfeld, Marlies: Gedruckte Informations- und Suchdienste. In: Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation. Hrsg. Rainer Kuhlen u.a. 5. Aufl. 1. Bd. München 2004, S. 379-387.

-         Reference Books Bulletin. A Compilation of Evaluations. Prep. By the American Library Association. Chicago

-         Reference Reviews. Reviews of new reference materials prepared by librarians for librarians. Bradford 1987-

-         Rösch, Hermann, Dirk Weisbrod: Linklisten, Subject Gateways, Virtuelle Fachbibliotheken und Wissenschaftsportale. Typologischer Überblick und Definitionsvorschlag. In: BIT-online. 7, 2004, 3, S. 177-188.

-         Rösch, Hermann: Portale in Internet, Betrieb und Wissenschaft. Marktplatz und Instrument des Kommunikations- und Wissensmanagements. In: BIT-online. 4, 2001, 3, S. 237-246.

-         Sweetland, James H.: Fundamental reference sources. 3. ed. - Chicago ; London : American Library Association, 2001

-         Walford's Guide to Reference Material. Ed. by Albert J. Walford. 8. Ed. London 2000-2004.
Vol. 1: Science and Technology. 2000
Vol. 2: Social and Historical Sciences, Philosophy and Religion. 2001
Vol. 3: Generalia, Language and Literature, the Arts. 7.
Aufl. 1998, 8. Aufl. ca. 2004

-         The Year in Reference. Andover

 

6. Informationsdienstleistungen

-         Deider, Clemens: Telearbeit II. Ein bibliothekarisches Call-Center. In: Bibliotheksdienst. 32, 1998, 2, S. 287-291

-         Dickhaus, Claudia: E-Mail und Call-Center. Neue Wege der bibliothekarischen Auskunft. Diplomarbeit. Köln 1999

-         Herget, Joseph: Informationsmanagement. In: Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation. Hrsg. Rainer Kuhlen u.a. 5. Aufl. 1. Bd. München  2004, S. 245-255.

-         Heßler, Ulrike, Claus Brell: Vielen Dank für die Info...! – Aktive Dienstleistung als Beitrag zum Wissensmanagement. In: Bibliotheksdienst. 37, 2003, 4, S. 466-476.

-         Öffentliche Infothek. Materialien für eine zeitgemäße Bibliotheksarbeit. Berlin 1992. (Dbi-Materialien 120)

-         Schmidt, Ralph: Informationsvermittlung. In: Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation. Hrsg. Rainer Kuhlen u.a. 5. Aufl. 1. Bd. München  2004, S. 429-443.

-         Schmidt, Ralph: Modelle der Informationsvermittlung. Analyse und Bewertung eines experimentellen Programms. Heidelberg 1992. (Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge 71)

-         Sühl-Stromenger, Wilfried: Marketing von elektronischen Informationsdienstleistungen am Beispiel der Universitätsbibliothek Freiburg. In: BIT-online. 3, 2000, 2, S. 227-213.

 
 

7. Digitale Auskunft

-         Coffman, Steve: Going Live. Starting and Running a Virtual Reference Service. Chicago 2003.

-         Gläser, Christine: Elektronischer Auskunftsdienst im Echtzeitbetrieb. Chatangebote in anglo-amerikanischen Bibliotheken – Möglichkeiten der Übertragbarkeit auf deutsche Bibliotheken. Berlin 2001. (Berliner Handreichungen zur Bibliothekswissenschaft; 99).

-         Janes, Joseph, David Carter, Patricia Memmot: Digital Reference Services in Academic Libraries. In: Reference and User Services Quarterly. 39, 1999, 2, S. 145-150.

-         Lipow, Anne Grodgins: The Virtual Reference Librarian’s Handbook. London 2003.

-         Lüdke, Helga: Secret Patrons, Invisible Users: Digital Reference @ Your Library. In: Buch und Bibliothek. 56, 2004, 3, S. 202-210.

-         Lüdke, Helga: Taking the Reference Desk to Cyberspace. Internet-Bibliotheken und Online-Auskunftsdienste – im Mittelpunkt die Internet Public Library. In: Buch und Bibliothek. 53, 2001, 9, S. 544-552.

-         McClennen, Michael, Patricia Memmot: Roles in Digital Reference. In: Information Technology and Libraries. 20, 2001, 3, S. 143-148.

-         Meola, Marc, Sam Stormont: Starting and operating live virtual reference Services. A how-to-do-it manual for Librarians. New York, London 2002. (How-to-do-it manual for Librarians; 118)

-         Rösch, Hermann: Digital Reference. Bibliothekarische Auskunft und Informationsvermittlung im Web. In: BIT-online. 6, 2003, 2, S. 113-127.

-         Rösch, Hermann: Digital Reference in Deutschland: Überblick und spezifischer Kompetenzbedarf. In: World Library and Information Congress. 69th IFLA Conference and Council. Berlin 1.-9. August 2003. http://www.ifla.org/IV/ifla69/papers/107g-Roesch.pdf

-         Schneider, Karen G.: The Distributed Librarian: Live, Online, Real-Time Reference. In: American Libraries. 31, 2000, 11, S. 64-65.

-         Tenopir, Carol, Lisa E. Ennis: Reference Services in the New Millenium. In: Online. 25, 2001, 4, S. 40-45.

-         Zachlod, Thomas: Auskunft und Informationsdienstleistungen deutscher Bibliotheken im Internet. In: Bibliotheken - moderne Dienstleister und Unternehmen. Hrsg. Rolf Fuhlrott. Wiesbaden 2004. S.179-255. (BIT online : Innovativ ; 7)


8. Auskunftsverbund

-         Cremer, Monika, Heike Neuroth: Internationale Kooperation mit dem CORC-Projekt von OCLC an der SUB Göttingen. In: Bibliothek. Forschung und Praxis. 26, 2002, 3, S. 261-271.

-         Härkönen, Sonja: Bibliothekarischer Auskunftsdienst im Informationsverbund – Digital Reference Konsortien in den USA. Köln 2003. (Kölner Arbeitspapiere zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft ; 36)

-         Kasowitz, Abby; Blythe Bennett, R. David Lankes: Quality Standards for Digital Reference Consortia. In: Reference & User Services Quarterly. 39, 2000, 4, S. 355-363.

-         Kresh, Diane Nester: Offering High Quality Reference Service on the Web. The Collaborative Digital Reference Service (CDRS). In: D-Lib Magazine Vol. 6, 2000, No. 6.

-         Meinhardt, Haike: Ungenutzte Potenziale. Konzept der Deutschen Internetbibliothek. In: BuB. 56, 2004, 1, S. 36-39.

-         Miedke, Erwin: Ein Lektoratsdienst für Internetquellen. ILEKS geht in den Echtbetrieb. In: Buch und Bibliothek. 51, 1999, 10/11, S. 622.624.

-         Neubauer, Karl Wilhelm: Arbeitsteilung zwischen Wissenschaftlichen und Öffentlichen Bibliotheken bei der elektronischen Informationsversorgung. In. Buch und Bibliothek. 47, 1995, S. 792-797.

-         Rüdiger, Brigitte, Martin Baumgärtel: Kooperative Erschließung von bibliothekarischen Internetquellen - ein Projekt des DBI. In: 2. InetBib-Tagung. Dortmund, Potsdam 1997, S. 29-38.

-        Ulrich, Paul S.: It works. Die Arbeit des Collaborative Digital Reference Service (CDRS). In: Buch und Bibliothek. 54, 2002, 4, S. 238-242.

-        Ulrich, Paul S.: Einsatz und Erfahrungen mit QuestionPoint in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. In: Bibliotheksdienst. 38, 2004, 1, S. 54-60.



9. Informationsdienst in der Praxis

-         Auer, Johannes, Karen Geppert, Bernhard Knoblach, Evi Schönleber: Recherche à la carte. Der neue Wirtschafts-Recherche-Service der Stadtbücherei Stuttgart. In: Buch und Bibliothek. 52, 2000, 8, S. 514-515.

-         Bover, Joshua: Virtual Reference at the NCSU Libraries. The first one hundred days. In: Information Technology and Libraries. 20, 2001, 3, S. 122-128

-         Cordes, Heike: Der "Info-Dienst" der Stadtbücherei Heidelberg. In: Buch und Bibliothek. 50. 1998, 4, S. 253-256.

-         Daniel, Frank: Servicestation auf der Autobahn. Die Abteilung "Beratung und Elektronische Dienste" der StadtBibliothek Köln. In: Buch und Bibliothek. 50. 1998, 4, S. 234-237.

-         Daniel, Frank, Birgit Meyer: Mit einem Passwort ist es nicht getan. In: Buch und Bibliothek. 51, 1999, 7/8, S. 458-467.

-         Heinrich, Kirsten: Amerika - hast Du es besser? Auskunftsdienst hüben und drüben: Das "Information Center" der New Haven Free Public Library, Connecticut. In: Buch und Bibliothek. 50. 1998, 4, S. 230-233.

-         Hoeftmann, Inge: Entscheidend verbessert. Auskunftsdienst in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam. In: Buch und Bibliothek. 50. 1998, 4, S. 248-252.

-         Hoffmann, Rainer: Mailinglisten für den bibliothekarischen Informationsdienst am Beispiel RABE. Köln 2000. (Kölner Arbeitspapiere zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft; 22)

-         McKiernan, Gerry: LiveRef(sm): A Registry of Real-Time Digital Reference Services http://www.public.iastate.edu/~CYBERSTACKS/LiveRef.htm

-         Müllenbruck, Stefan: „Sind Sie ein Mensch?“ Auskunft per Chat an der UB Trier. In: BuB. 53, 2001, 4, S. 216-218.

-         Rabe, Roman: Krone bibliothekarischer Arbeit. Auskunfts- und Beratungsdienst bei den Städtischen Bibliotheken Dresden. In: Buch und Bibliothek. 50. 1998, 4, S. 244-247.

-         Sauer, Christine D., Paul S. Ulrich: Zuverlässige Brücke zu den Informationen im Netz. Von der Allgemeinen Auskunft der Amerika-Gedenkbibliothek zum Referat Informationsdienste der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. In: Buch und Bibliothek. 56. 2004, 10/11, S. 673-677.

-         Scholle, Ulrike: Kann ich ihnen behilflich sein? Erhebung am zentralen Auskunftsplatz der ULB Münster. In: Bibliotheksdienst. 34, 2000, 1, S. 39-46.

-         Thorn, Gerhard: Jeder hat Fragen - Bibliotheken haben Antworten. Der Auskunftsdienst der Stadtbibliothek Wuppertal. In: Buch und Bibliothek. 50. 1998, 4, S. 226-229.

-         Wirtz, Hans-Christian: Der Sprung ins kalte Wasser – oder wie starte ich einen Rechercheservice? Ein Praxisbericht. In: : Buch und Bibliothek. 52, 2000, 8, S. 516-517.

 

 
 

10. Diskussionslisten

RABE              rabe@hbz-nrw.de

hhttp://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/fortbildung/rabe/set_rabe.html

Stumpers-L                  STUMPERS-L@CRF.CUIS.EDU

http://domin.dom.edu/depts/gslis/stumpers/


Dig_Ref    dig_ref@LISTSERV.SYR.EDU

http://www.vrd.org/Dig_Ref/dig_ref.shtml

 


 

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Letzte Änderung: Mai 2005